Harvey Weinstein Staatsanwaltschaft in Los Angeles prüft zwei Fälle sexueller Belästigung

Der Druck auf Hollywood-Produzent Harvey Weinstein wächst: Jetzt hat die Polizei der Bezirksstaatsanwaltschaft in Los Angeles Ermittlungsakten zu zwei Fällen mutmaßlicher sexueller Belästigung übergeben.

Harvey Weinstein
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Mehr als 80 Frauen, darunter auch prominente Schauspielerinnen, werfen dem Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein vor, sie sexuell belästigt, genötigt oder vergewaltigt zu haben.

Im vergangenen Monat, laut "New York Daily News" am 18. Dezember, hat die Polizei von Beverly Hills der Bezirksstaatsanwaltschaft in Los Angeles Ermittlungsakten zu zwei Fällen übergeben. Diese würden derzeit geprüft, sagte ein Sprecher der Behörde. Die Fälle seien im vergangenen Monat bekannt geworden. Weitere Details, etwa zu den mutmaßlichen Opfern oder dem Tatzeitpunkt, wurden nicht bekannt.

Der "Los Angeles Times" zufolge bearbeiten die Behörden in Beverly Hills derzeit ein Dutzend Fälle von mutmaßlicher sexueller Belästigung oder Nötigung durch Prominente. Einer davon betreffe Weinstein. Der Filmproduzent sei zu den beiden aktuellen Vorwürfen noch nicht befragt worden.

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Sexuelle Belästigung und Vergewaltigung: Die Vorwürfe gegen Harvey Weinstein

Die Fälle in Beverly Hills werden von der Bezirksstaatsanwältin Jackie Lacey bearbeitet, die sich mit allen strafrechtlich relevanten Vorwürfen rund um den Hollywood-Skandal beschäftigt.

Nachdem die "New York Times" Anfang Oktober erstmals über die Vorwürfe gegen Weinstein berichtet hatte, wurde der Filmmogul aus der von ihm mitbegründeten Produktionsfirma The Weinstein Company entlassen, auch aus der Oscar-Akademie warf man ihn hinaus. Seine Frau Georgina Chapman, mit der er zwei Kinder hat, trennte sich von ihm.

In mindestens 17 Fällen wird in Los Angeles, London und New York wegen mutmaßlicher sexueller Übergriffe gegen Weinstein ermittelt. Viele der von mutmaßlichen Opfern angeführten Vorfälle liegen aber schon zu lange zurück, um noch vor Gericht verhandelt werden zu können. Weinstein selbst hat die Anschuldigungen über seine Anwälte dementieren lassen. Sexuelle Kontakte seien einvernehmlich gewesen.

Nach dem Weinstein-Skandal und der #MeToo-Kampagne zur Bewusstmachung des Problems sexueller Übergriffe haben jetzt 300 Hollywoodgrößen die Initiative "Time's Up" gegründet. Sie wollen betroffenen Frauen auch finanziell unter die Arme greifen.

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US-Debatte: Vorwürfe, Reaktionen, Konsequenzen

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