Pariser Modewoche: Gut behütete Premiere

Salma Hayek war da, Jessica Chastain auch: Bei der Prêt-à-Porter-Woche in Paris durften ausgewählte Stars die Premieren-Kollektion eines Stars der Modeszene sehen. Selbst Top-Designer wie Vivienne Westwood oder Marc Jacobs saßen im Publikum. Die Meinungen gingen anschließend auseinander.

Designer Hedi Slimane: Premiere bei Yves Saint Laurent Fotos
AP

Paris - Der Wettbewerb von Rivalen fasziniert immer. Deutschland hat Steinbrück gegen Merkel, Amerika Romney gegen Obama und die Bundesliga Bayern gegen Dortmund. In der Modebranche findet der Wettbewerb nicht mit Worten oder Körpereinsatz statt, sondern mit Kollektionen - ist aber deswegen keineswegs weniger hart.

Auch deshalb war eine Präsentation bei der Prêt-à-Porter-Schauen in Paris schon vorab als Höhepunkt der Modewoche gehandelt worden: Hedi Slimane zeigte als Chefdesigner für Yves Saint Laurent erstmals eine Kollektion. Slimane stand auch deshalb unter großem Druck, weil sein vermutlich größter Konkurrent, Raf Simons von Dior, die Modewelt bereits am Freitag mit seiner Kollektion überzeugt hatte.

Die Neugier auf Slimanes Entwürfe war so groß, dass am Montagabend neben Prominenten wie Jessica Chastain, Salma Hayek und Valerie Trierweiler, Lebensgefährtin des französischen Präsidenten François Hollande, auch zahlreiche Top-Designer wie Vivienne Westwood, Alber Elbaz, Marc Jacobs und Diane von Fürstenberg im Publikum saßen. Auch die engen Vertrauten des 2008 gestorbenen Yves Saint Laurent, dessen Lebens- und Geschäftspartner Pierre Bergé und Muse Betty Catroux, saßen in der ersten Reihe.

Die Meinungen über Slimanes Kollektion waren geteilt. Der 44-Jährige habe die hohen Erwartungen keineswegs enttäuscht, meinten manche Beobachter. Typischen Elementen der Saint-Laurent-Mode wie dem Damensmoking oder dem Transparent-Look habe er erkennbar seinen Stil verpasst: mit scharf geschnittenen, auf der Hüfte sitzenden Zigarettenhosen, subversivem Glamour, breitkrempigen Hüten und vielen Lederteilen.

Andere waren weniger angetan. Ein Modejournalist der Nachrichtenagentur Associated Press berichtete, bereits nach der Hälfte der Show hätten viele Berichterstatter aufgehört, mitzuschreiben, was nie ein gutes Zeichen sei. Die Kollektion sei eine "ziemlich verwirrte Ode an den Überfluss", bei der Leder, Spitze, Federn, Umhänge und "so ziemlich alles andere unter der Sonne" verwendet worden seien.

Etwas milder urteilte der "Guardian": Die Kollektion sei eine Hommage an die Kreationen des Labels in den sechziger und siebziger Jahren gewesen. Dennoch, so die Zeitung, hätten Slimanes Kreationen einen entscheidenden Mangel - es fehle ihnen an Relevanz, vor allem angesichts dessen, was auf den Straßen von Paris und London getragen werde. Nostalgie allein habe einfach nicht genug Schlagkraft.

Die Pariser Prêt-à-Porter-Woche dauert noch bis Mittwoch. Slimane war im März zum Chefdesigner bei Yves Saint Laurent aufgestiegen. Simons hatte im April die kreative Leitung bei Dior übernommen.

ulz/dpa/AP

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