Rallyelegende als Fahranfängerin eingestuft "Das ist doch ein Witz"

In einem Oldtimer fuhr Heidi Hetzer um die Welt: Es dürfte nicht allzu viele Autofahrer geben, die über mehr Erfahrung hinterm Lenkrad verfügen als die 81-jährige Berlinerin. Ihrer Versicherung ist das egal.

DPA

Man kann vieles über Heidi Hetzer sagen, aber eines mit Sicherheit nicht: dass sie eine unerfahrene Autofahrerin sei. Die 81-Jährige reiste in ihrem petrolfarbenen Oldtimer "Hudo", Baujahr 1930, in zweieinhalb Jahren um die Welt. Hetzers Versicherung scheint das als Beleg für ihre Fähigkeiten am Steuer allerdings nicht zu reichen.

Das Unternehmen wollte die Rentnerin bei der Neuanmeldung eines Wohnmobils nun als Fahranfängerin einstufen. "Das ist doch ein Witz", sagte die frühere Rallyefahrerin und Autohaus-Chefin , nachdem zuerst die "B.Z." darüber berichtet hatte. Seit 65 Jahren habe sie einen Führerschein, sagte Hetzer.

Wie es zu der Einstufung kam, erklärt sich die Motorsportlerin so: Tatsächlich habe sie nie einen Neuwagen auf ihren Namen zugelassen, lediglich ihre Oldtimer. "Aber die zählen nicht, wenn ich eine internationale Versicherung abschließen will", sagte Hetzer, die jahrzehntelang ein Autohaus in Berlin führte.

Fotostrecke

9  Bilder
Heidi Hetzer: Fahranfängerin, sehr erfahren

Allzu schwer nimmt sie die Angelegenheit aber offenbar nicht: "Am Anfang habe ich mich geärgert, jetzt kann ich nur noch darüber lachen", sagte Hetzer. Im November wolle sie mit ihrem Wohnmobil zu einer Reise durch Afrika starten - über Ägypten und Sudan möchte sie nach Kapstadt reisen und dann an der Westküste des Kontinents zurückfahren. "Bis dahin", sagt Hetzer, "werde ich bestimmt eine Lösung gefunden haben."

mxw/dpa

Mehr zum Thema


insgesamt 32 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
ambulans 19.07.2018
1. heidi,
keep cool - das sind doch nur irgendwelche jungs (oder mädels) da aus diesen komischen glaspalästen (die nennen sich, glaube ich, "versicherungen" - so what?), und die wollen sich - so sind die nun halt mal, du weißt schon - manchmal einfach nur aufspielen. wies mit dem autofahren so vor sich geht, muss dir doch sicher niemand mehr erklären ...
count.number 19.07.2018
2. ja, da hätte die Heidi..
..wohl mal früher ein KFZ auf ihren Namen zulassen sollen und nicht den billigen Jakob mimen. Ich kann an dem Verhalten der Versicherung nichts beanstanden, so geht es allen Kindern, die bei ihren Eltern mitversichert sind und dann eines Tages selbst zulassen.
MisterD 19.07.2018
3. Sommmerloch?
Die Einstufung bei den Versicherungen ist sicherlich vom Namen her etwas missverständlich, ich erkläre Ihnen und Frau Hetzer das mal: Eine Versicherung kalkuliert ihr Risiko bevor Sie einen Vertrag abschließt. Frau Hetzer hat noch nix eingezahlt, also macht die Versicherung einen enormen Verlust, sollte sie mit dem Wohnmobil sofort einen Unfall verursachen. Die Versicherung will erstmal Cash sehen, also ein gewisses Polster aufbauen. Hat der Kunde erstmal ein paar Jahre unfallfrei eingezahlt, dann geht es runter... Grundsätzlich ist das auch beim Versicherungswechsel so. Man hat keinerlei Anspruch darauf, seine Schadensfreiheitsklasse zur neuen Versicherung mitzunehmen. Die Versicherungen machen das aber in der Regel, damit man den neuen Kunden gewinnen kann... Und: Nur weil jemand 60 Jahre lang Auto gefahren ist, muss er noch kein guter Teilnehmer im Straßenverkehr sein...
Havel Pavel 19.07.2018
4.
Zitat von count.number..wohl mal früher ein KFZ auf ihren Namen zulassen sollen und nicht den billigen Jakob mimen. Ich kann an dem Verhalten der Versicherung nichts beanstanden, so geht es allen Kindern, die bei ihren Eltern mitversichert sind und dann eines Tages selbst zulassen.
Nun die Dame führte ein Autohaus und alle regulären Fahrzeuge waren wohl auf den Betrieb zugelassen und ausser den in Privatbesitz befindlichen Oldtimern gab es somit keine auf Ihren Namen zugelassenen Fahrzeuge und die zählen offenbar nicht als regulär genutzte Fahrzeuge - Oldtimer eben! Wegen der Einstufung als Fahranfänger ging es den Versicherungen ursprünglich wohl mal um das damit verbundene höhere Risiko und da es ja durchaus auch Führerscheininhaber gibt die zwar schon lange in Besitz desselbigen sind aber dennoch kaum Fahrpraxis besitzen, musste entsprechende Fahrpraxis auch belegt werden. Inzwischen haben sich die Zeiten jedoch gändert, sehr viele fahren mit Firmenwagen umher, die sie auch privat nutzen und somit kein eigens Kfz zugelassen haben. Natürlich wittern Versicherungen hierdurch eine Zusatzeinnahmequelle wenn sie die Laufzeit des Versicherungsvertrages auf den Versicherungsnehmer als Grundlage für die Einstufung als Basis ansehen, kein eigener Vertrag, also Anfänger und basta!
Havel Pavel 19.07.2018
5. Na und sie buhlt ja wenigstens nicht um Wähler
Na und sie ist doch noch offensichtlich topfit und bestimmt weitereist! Ist mit tausndmal lieber wie die anderen trüben Tassen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.