Altkanzler Schmidt über neue Beziehung "Eine selbstverständliche Entwicklung"

Wer den größten Romantiker der Gegenwart sucht, kommt nicht unbedingt auf Helmut Schmidt. Insofern verwundert es kaum, dass der Altkanzler auch über seine neue Partnerschaft mit Ruth Loah recht nüchtern spricht. Besonders die Frage des Zusammenlebens geht er pragmatisch an.

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Hamburg - Helmut Schmidt nimmt sich für seine Beziehungen Zeit, sehr viel Zeit. Seine verstorbene Ehefrau Loki hatte der Altkanzler in der Schule kennengelernt, 69 Jahre hielt das Versprechen der beiden, sich nie zu trennen. Knapp zwei Jahre nach ihrem Tod hat der inzwischen 93-Jährige eine neue Frau an seiner Seite, Ruth Loah. Auch sie kennt er schon eine kleine Ewigkeit.

In einem Fernsehinterview verriet er nun ein wenig mehr über seine Beziehung, blieb dabei aber hanseatisch-zurückhaltend. Dass seine ehemalige Mitarbeiterin zu seiner Lebensgefährtin geworden ist, bezeichnete Schmidt nun als "eine selbstverständliche Entwicklung". "Wir waren aneinander gewöhnt seit Jahrzehnten", sagte der SPD-Politiker bei der Aufzeichnung der ARD-Talksendung "Menschen bei Maischberger". Nach eigenen Angaben kennt er Loah seit 1955.

Gewohnt pragmatisch gibt sich Schmidt in der Wohnungsfrage. Nach eigenen Worten lebt er nicht mit der 78-Jährigen zusammen. "Das würde die Dinge komplizieren", betonte der Altkanzler, der während der Sendung wieder viele Zigaretten rauchte. Auch seine Freundin sei Raucherin, allerdings nicht so stark wie er.

Wenig romantisch antwortete der Altkanzler auch auf die Frage der Fernsehmoderatorin Sandra Maischberger, ob er glücklich sei. "Glück ist ein sehr relativer Begriff", sagte Schmidt knapp. Das große Interesse der Öffentlichkeit an seiner neuen Partnerin, die er in der Sendung als "meine Freundin Frau Loah" bezeichnete, habe ihn nicht überrascht.

Vergangene Woche hatte Schmidt im "Zeit"-Magazin bestätigt, dass er mit seiner ehemaligen Mitarbeiterin Ruth Loah zusammen ist. Schmidts Ehefrau Loki war im Oktober 2010 im Alter von 91 Jahren gestorben. Der SPD-Politiker war zwischen 1974 und 1982 Bundeskanzler.

siu/dpa

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insgesamt 15 Beiträge
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defortune 07.08.2012
1. Naja...
Zitat von sysopDPAWer den größten Romantiker der Gegenwart sucht, kommt nicht unbedingt auf Helmut Schmidt. Insofern verwundert es kaum, dass der Altkanzler auch über seine neue Partnerschaft mit Ruth Loah recht nüchtern spricht. Besonders die Frage des Zusammenlebens geht er pragmatisch an. http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,848776,00.html
...aber ein alter Herr, der meint, für sich alleine eine Sonderregelung betreffs seiner Nikotinsucht in Anspruch nehmen zu können/dürfen: ein Vorbild? sicher nicht. Ich bin selber Raucher und weiss, dass es auf dem Weg z.b. nach NZ etwas schwierig wird. Bisher habe ich es überlebt. Nein, Herr Schmidt, Sie sind schon lange kein Vorbild mehr... Ansonsten geht Ihr Zusammensein mit wem auch immer niemanden etwas an. Bitte verzichten Sie in Zukunft auf Ihre Zigaretten während... sowas sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein... Danke
desiderium 08.08.2012
2. Glüh noch einmal, alter Glimmstengel
Da spricht doch der reine Neid aus meinem rauchenden Vorredner. Wer rauchende Männer im TV nicht zeigen will, lädt den Altkanzler einfach nicht ein. Dass ein Ü-90-Jähriger sich noch daran abarbeiten soll, als Vorbild in Sachen Gesundheit rüberzukommen, ist mehr als albern. Mein Vorredner würde wahrscheinlich auch dafür plädieren, aus alten Filmen alle Szenen herauszuschneiden, in denen geraucht wird. Schmidt ist ein lebendes historisches Zeitzeugnis. Erfreuen wir uns an dem alten Glimmstengel, solange er noch glüht.
odins_krautsalat 08.08.2012
3. Hauptsache...
...Sie kommen nach NZ (musste ja auch erwähnt werden)... Sei es drum. Ich freue mich, wenn ein gestandener Staatsmann älteren Jahrgangs ein neues Glück gefunden hat. Und auch, davon zu erfahren. Ich habe mich auch schon für Helmut Kohl gefreut (dafür). Aber muss ja jeder selber wissen.
artorix 08.08.2012
4. Dieses dauernde Herumreiten auf Schmidts Raucherei ...
... geht mir als lebenslangen aber toleranten Nichtraucher auf den Geist. Lasst ihn rauchen so oft und so lange und auch wo er will. Diese politisch korrekte Nichtraucherpolitik ist anmaßend und langweilig. Es ist wie mit den Reichensteuern, wer nichts hat und selbst am wenigsten zahlt, fordert sie. Wer nicht raucht, fordert, dass die Raucher möglichst überall darauf verzichten. Möge sich doch bitte jeder um seine eigenen Sachen kümmern und nicht ständig versuchen, das Glück anderer durch penetrantes Einmischen zu beeinträchtigen. Aber da habe ich wenig Hoffnung, es ist nun einmal das Zeitalter der politisch-korrekten Knechtung der Freiheiten des Einzelnen angebrochen. Wir büßen durch unsere Intoleranz gegenüber anders Lebenden, auch gegenüber Rauchern, immer mehr unserer Freiheit ein. Merkt das eigentlich keiner mehr? Die nächste große Hatz, nach den Rauchern, werden die Alkoholtrinker werden. Ich wette, dass in spätestens 10 Jahren auch hier skandinavische Verhältnisse einkehren, mit völlig überteuertem Alkohol und immer mehr Konsumverboten allüberall. Spätetens dann werde ich endgültig auswandern. Vorschläge erbeten.
alba36 08.08.2012
5. Vorbild?
Ich denke nicht, dass Schmidt die Rolle eines Vorbilds für sich in Anspruch nehmen würde. Er ist einfach ein kluger Kopf, der die Menschen durch die Klarheit seiner Äußerungen zu faszinieren vermag. Rauchen oder Nicht- Rauchen - das ist eine Lappalie im Vergleich zu kollabierenden Volkswirtschaften. Für mich ist die Störrischkeit, mit der sich der Altkanzler dem Rauchverbot widersetzt, eher ein Zeichen für seine Integrität als Person, als wenn er dies nur aus falscher Rücksicht auf Fernsehzuschauer lassen würde. Diese sollte hoffentlich innerlich genug gefestigt sein, bei der Entscheidung Rauchen oder nicht durch Schmidt ins Wanken zu geraten. Wenn nicht, so haben sie es verdient.
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