Prozess in Frankreich Oben-ohne-Fotos von Kate - sechs Angeklagte

Das französische Magazin "Closer" druckte Paparazzi-Fotos, auf denen die Herzogin von Cambridge nur mit Bikinihose bekleidet zu sehen war. Die Veröffentlichung hat jetzt für mehrere Mitarbeiter ein rechtliches Nachspiel.

Getty Images

Wegen Oben-ohne-Fotos von Prinz Williams Ehefrau Catherine aus dem Jahr 2012 müssen sich sechs Menschen vor einem französischen Gericht verantworten.

Unter ihnen sind nicht nur Fotografen, sondern auch die Chefredakteurin des Klatschmagazins "Closer", Laurence Pieau, wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Justizkreise berichtet. Der Prozess soll im kommenden Jahr stattfinden.

"Closer" hatte die Fotos von Kate mit nackten Brüsten im September 2012 veröffentlicht und damit das britische Königshaus erzürnt. Die Bilder zeigen Kate nur mit einer Bikinihose bekleidet, wie sie auf der Terrasse eines Privatanwesens in der südfranzösischen Provence in der Sonne liegt oder ihren Mann eincremt.

Die Herzogin von Cambridge und William erstatteten kurz darauf Strafanzeige wegen "Verletzung der Privatsphäre". William und Kate, mittlerweile Eltern von zwei Kindern, strengten außerdem ein zivilrechtliches Verfahren gegen die weitere Veröffentlichung und Verbreitung der Fotos an.

Das Paar bekam recht, und "Closer" musste die Fotodateien aushändigen. Gegen Chefredakteurin Pieau wurde wegen der Fotos bereits 2013 Anklage erhoben.

asa/AFP

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Seite 1
simie 25.10.2016
1.
Man sollte aufpassen, dass der Schutz der Privatsphäre nicht übertrieben wird. Ansonsten besteht die Gefahr, dass nur diejenigen, die es sich leisten können gegen Verletzungen dieser vorgehen zu können geschützt werden.
Bueckstueck 25.10.2016
2.
Zitat von simieMan sollte aufpassen, dass der Schutz der Privatsphäre nicht übertrieben wird. Ansonsten besteht die Gefahr, dass nur diejenigen, die es sich leisten können gegen Verletzungen dieser vorgehen zu können geschützt werden.
Der erste Satz ist ausgemachter Quatsch. Das offensichtliche Problem hier ist ja nicht ein finanzielles, sondern die Sache mit dem gleicher als andere zu sein. Das hier die Drahtzieher persönlich in strafrechtliche Haftung genommen werden, ist ja zu begrüssen. Ich frage mich aber ob die Justiz auch aufgrund einer Strafanzeige (die kostet ja nix) eines Niemands so aktiv geworden wäre. Oder tut man das nur weil das britische Königshaus zürnt? Die Zivilklage ist wieder eine ganz andere Nummer. Da muss man erstmal selber löhnen und kann sich höchstens durch ein vielleicht zugesprochenes Schmerzensgeld refinanzieren. Was ansich auch richtig ist, selbst wenn es die Wohlhabenden bevorteilt weil die es sich halt immer leisten können. Aber man denke mal wie das an den Gerichten aussehen würde, wenn jeder mittellose Lümmel wegen nix eine Zivilklage anstrengt, weil kein finanzielles Risiko besteht... Alles Geld der Kläger wird aber nix dran ändern, dass das Gericht unabhängig urteilt und dem Geld nicht automatisch das Recht zuspricht.
jber 25.10.2016
3. @simie
Die Privatsphäre eines jeden ist schutzwürdig. Steht so auch im Gesetz (Zumindest in Deutschland). Von daher verstehe ich Ihre Logik nicht. Hat nix mit arm oder reich zu tun.
HansGnodtke 25.10.2016
4. Übertrieben?
Jedermann hat Anspruch auf Schutz seiner Persönlichkeit. Ob FKK Badestrand oder Sauna, oder Urlaubsville, das ist intimer Privatbereich. Wer als Fotograf dort eindringt oder als Herausgeber seine Fotografen dorthin schickt, ist wie ein Einbrecher zu behandeln, egal ob die Opfer nun Königskinder sind oder "nur" Einzelpersonen einer anonymen Masse. Kate Middleton oder Lieschen Müller, beide haben ein unbestreitbares Recht in der Geborgenheit einer privaten Umgebung in ihrer Nacktheit vor voyeuristischen Spannern geschützt zu sein. Hoffentlich greift die Justiz hart durch.
B.F.Skinner 26.10.2016
5. #1
Wieso? Würden Sie wollen, dass (Halb-)Nacktfotos von Ihnen ohne Ihr Einverständnis gemacht und veröffentlicht werden? Natürlich muss die Privatsphäre geschützt werden. Dass Prominente darauf häufiger bestehen, liegt nicht daran, dass sie mehr Geld haben, sondern daran, dass sie von derartigen Straftaten nun mal eher betroffen sind als Otto Normalbürger. Dennoch stehen jedem von uns die gleichen Schritte zu.
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