Einstweilige Verfügung Verlag verteidigt Kachelmann-Buch

Die einstweilige Verfügung der Ex-Geliebten von Jörg Kachelmann ist dem Heyne-Verlag zugestellt worden. Dort verteidigt man das Buch des Wettermoderators. Die Nennung des vollen Namens der Frau sei rechtlich sorgfältig überprüft worden.

Kachelmann-Buch: "Reifliche Überlegung und sorgfältige rechtliche Überprüfung"
dapd

Kachelmann-Buch: "Reifliche Überlegung und sorgfältige rechtliche Überprüfung"


Mannheim - Der Streit um das Kachelmann-Buch geht weiter: Der Heyne-Verlag wehrt sich gegen den Vorwurf, das Buch verletze die Persönlichkeitsrechte von Kachelmanns Ex-Geliebter. Das Landgericht Mannheim hatte am Mittwoch eine einstweilige Verfügung gegen das Buch erlassen, nun wurde sie dem Heyne-Verlag zugestellt. Demnach darf das Buch nicht mehr verbreitet werden, solange die Ex-Geliebte von Kachelmann, Claudia D., darin mit vollem Namen genannt wird.

Die vom Autor beabsichtigte Aufarbeitung des umstrittenen Geschehens erhalte durch die namentliche Nennung kein stärkeres Gewicht, heißt es in einer Mitteilung des Gerichts.

Der Verlag hatte die Nennung des vollen Namens der Ex-Geliebten verteidigt. Man habe sich "nach reiflicher Abwägung und sorgfältiger rechtlicher Überprüfung bewusst für die volle Namensnennung (...) entschieden". Claudia D. habe "selbst ihr Recht auf Anonymität preisgegeben", indem sie nach Ende des Prozesses der Zeitschrift "Bunte" ein Interview gegeben habe und sich dafür unverpixelt habe fotografieren lassen. Ihr Nachname wurde allerdings in der Zeitschrift abgekürzt.

Das Gericht verweist in seiner Mitteilung darauf, dass das Interview nur anonymisiert verbreitet wurde. Zudem sei die Frau durch die Fotos nur für ihr nächstes Umfeld identifizierbar.

Mit der Zustellung der einstweiligen Verfügung ist sie rechtlich wirksam. Der Verlag hat nun die Möglichkeit, Widerspruch dagegen einzulegen. In diesem Fall käme es zu einer gerichtlichen Verhandlung, in der die Positionen beider Seiten abgewogen werden.

Kachelmann wurde Ende Mai 2011 nach einem spektakulären Prozess vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen, im Oktober wurde das Urteil rechtskräftig.

PR-Offensive des Ehepaars Kachelmann

Kachelmann und seine Ehefrau Miriam waren in dieser Woche in die PR-Offensive gegangen. Erst gaben sie dem SPIEGEL ein langes Interview, in dem sie "schlecht ausgebildete" Polizisten, Staatsanwälte, Gutachter und Richter sowie eine "gewohnheitsmäßig männerverurteilende Justiz" kritisierten. Dann wurde das Buch des Paares veröffentlicht. Es trägt den Titel "Recht und Gerechtigkeit", im Vorwort heißt es: "Es ist unser Ziel, dass Falschbeschuldiger verurteilt und dass Justiz und Öffentlichkeit dafür sensibilisiert werden, dass es sich bei Tätern auch um Frauen handeln kann und diese nicht aufgrund ihres Geschlechts von vornherein und automatisch Opfer sind."

In einem Radiointerview mit dem Sender SWR 1 bezeichnete der 54-jährige Kachelmann seine Ex-Freundin als "eine Kriminelle aus Schwetzingen". Die Stadt Schwetzingen in Baden-Württemberg ist ihr Wohnort. Kachelmann sagte, er sei ein "Opfer von Kriminalität, und dafür möchte ich letztendlich Verständnis und auch Respekt einfordern". Er werde sich neuen Streitigkeiten oder Anzeigen stellen: "Aber da gehe ich durch. Ich weiß, was passiert ist, ich bin zu Recht freigesprochen worden."

hut/aar/dpa/AFP/dapd

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