Hollywood Mit Mel Gibson spielt man nicht mehr

Kaum ein anderer Hollywood-Star vergleichbaren Kalibers hat seine Karriere durch persönliches Fehlverhalten so nachhaltig beschädigt wie Mel Gibson. Ein jetzt erfolgter Rauswurf bei einem Filmprojekt markiert womöglich das Ende seiner Laufbahn.

AP

Los Angeles - Mel Gibson wird nicht wie vorgesehen in der Fortsetzung des Kinoerfolgs "Hangover" mitspielen. Das bestätigte der Regisseur des Projekts, Todd Phillips, der Internetseite "TheWrap.com".

Die Produzenten beugten sich mit dieser Entscheidung dem Widerstand seitens der Filmcrew gegen Gibsons Besetzung.

"Ich selbst bin der Meinung, Mel hätte sich im Film großartig gemacht", sagte Phillips. "Aber ich musste einsehen, dass ein Film eben Teamarbeit ist - die Besetzungsentscheidung hatte nicht die volle Unterstützung der Crew und der anderen Schauspieler."

Gibson hätte in "Hangover 2" eine Nebenrolle als Tätowierkünstler übernehmen sollen. Der Originalstreifen drehte sich um eine ausufernde Junggesellenparty in Las Vegas, die Fortsetzung mit Zach Galifianakis und Bradley Cooper soll in Thailand spielen.

Seit Jahren hat sich der alkoholkranke Gibson, der mit dem oscarprämierten Heldenepos "Braveheart" 1995 den Höhepunkt seiner Karriere erreichte, in Hollywood zusehends isoliert.

2006 wurde er betrunken am Steuer von einer Polizeistreife gestoppt und überzog die Beamten mit antisemitischen Schmähungen, er bepöbelte Journalisten bei Interviews und ist momentan in einen Sorgerechtsstreit mit seiner Ex-Freundin Oksana Grigorieva verwickelt.

Grigorieva wirft Gibson vor, sie und die gemeinsame Tochter attackiert und misshandelt zu haben und veröffentlichte den Mitschnitt einer Voicemail, in der Gibson sie auf unflätigste Weise beschimpfte und bedrohte. Er selbst bestreitet die Misshandlungsvorwürfe - die kalifornische Polizei ermittelt zurzeit noch in dem Fall.

Im Sommer hatte Hollywoods größte Talentagentur William Morris Endeavor Entertainment (WME) bereits die Zusammenarbeit mit Gibson eingestellt.

Eine Hauptrolle spielt Gibson in "How I spent my Summer Vacation", die Dreharbeiten begannen vor dem Grigorieva-Vorfall und laufen noch. Wann der Film in die Kinos kommt, ist offen.

pad

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