Ex-Präsident als Trauzeuge: George Bush senior assistiert bei Homo-Hochzeit

Netter Altpräsident: Zur Trauung in bunten Socken Fotos
AP

Altpräsident George Bush senior hat sich als Trauzeuge an der Hochzeit eines lesbischen Paares beteiligt. Zur Eheschließung von Helen Thorgalsen und Bonnie Clement erschien der 89-Jährige locker gekleidet und bester Laune - die Brautleute sind alte Freunde der Familie.

Kennebunk/Maine - Ausgerechnet der republikanische Ex-US-Präsident George Bush senior ist als Trauzeuge bei der Eheschließung eines lesbischen Paares aufgetreten. Das bestätigte Bushs Sprecher Jim McGrath. Bei dem Brautpaar handele es sich um zwei langjährige Freunde des Politikers.

McGrath zufolge nahmen Bush und seine Frau Barbara als Privatleute an der Zeremonie teil, die bereits am vergangenen Samstag stattfand und bei der sich Bonnie Clement und Helen Thorgalsen das Ja-Wort gaben. Thorgalsen postete später ein Foto bei Facebook, auf dem Bush beim Unterzeichnen der Trauungsurkunde zu sehen ist: Der 89-Jährige sitzt dabei leger gekleidet im Rollstuhl, auf dem Schoß einen Stapel Dokumente. Unter seinen Hosenbeinen blitzen zwei ungleiche Strümpfe hervor: Der eine knallrot, der andere blau.

Bush senior ist der Gegend um das Städtchen Kennebunkport traditionell verbunden, er besitzt selbst ein Anwesen dort. Thorgalsen und Clement betreiben einen Laden im Nachbarörtchen.

Honeymoon in London

Einem Blog der "Washington Post" zufolge gaben die Brautleute an, den Ex-Präsidenten und seine Frau bereits seit Jahren zu kennen. Sie seien sehr aufgeregt gewesen, als die Bushs ihre Einladung angenommen hätten. "Das ist so eine wunderbare Zeit des Wandels für unser Rechtssystem", schrieb Clement dem Blatt zufolge per Mail aus London, wo die beiden ihre Hochzeitsreise verbringen.

Die Eheschließung gleichgeschlechtlicher Paare ist im US-Bundesstaat Maine erst seit Dezember zugelassen. Bush senior selbst hatte sich während seiner Amtszeit als 41. US-Präsident nicht mit der Homo-Ehe befassen müssen; zum politischen Thema wurde die Frage erst später.

Sein Sohn George W. Bush wandte sich als Präsident offen gegen die Gleichstellung homosexueller Paare. 2004 kündigte er seine Unterstützung für einen Verfassungszusatz an, der die Homo-Ehe verbieten sollte. Auf die Frage, wie Bush junior heute darüber denke und wie er den Auftritt seines Vaters in Kennebunkport sehe, wollte ein Sprecher des 67-Jährigen keine Antwort geben.

rls/AP

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insgesamt 8 Beiträge
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1. Wie hübsch...
trick66 26.09.2013
...dann kann Merkel ja jetzt dem Homo-Adoptionsrecht auch ihre Zustimmung geben. Die beiden haben ja sonst auch viel gemeinsam. Was war noch George H.W. Bushs berühmtester Spruch? "Read my lips: No new taxes". Sein Versprechen war damals genauso viel wert wie das von Merkel und ihrer CDU bei dieser Wahl, nämlich nichts.
2. Tja
Kauzboi 26.09.2013
In gewissen Fragen fällt der Apfel eben doch weit vom Stamm.
3. Lasst die Merkel aus dem Spiel
narko1 26.09.2013
Das eine ist, das Homosexuelle vor dem Gesetz dem Heterosexuellen gleichgestellt werden. Das andere, das ist die Adoption. Naturgemäß braucht es einen Mann und eine Frau dazu und wenn aus irgendwelchen Gründen ein Paar keine Kinder bekommen kann dann geht man zum Jugendamt und will adoptieren. Es werden aber nur 5% der Heterosexuellen Ehepaare mit einem Adoptivkind versorgt. Und jetzt kommen noch Homosexuelle Eheleute die diese 5% auch minimieren würden, weil dann bestimmt noch eine Quote verlangt wird. Lasst die Menschen ihre Sexuelle Orientierung ausleben, solange es freiwillig ist und niemand darunter leidet.
4.
Newspeak 26.09.2013
Das ist doch typisch republikanisch. Im eigenen Freundeskreis sind viele Dinge normal, die man dem Rest des Landes vorenthalten will. Ich sehe da keinen großen Widerspruch zur üblichen Verlogenheit dieser Leute.
5. Stimmt.
timepiece123 26.09.2013
Zitat von NewspeakDas ist doch typisch republikanisch. Im eigenen Freundeskreis sind viele Dinge normal, die man dem Rest des Landes vorenthalten will. Ich sehe da keinen großen Widerspruch zur üblichen Verlogenheit dieser Leute.
Auch der alte Kohl war "Trauzeuge" bei der Verpartnerung seines Anwalts und Freundes Holthoff-Pförtner.
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