Spendenshow für Hurrikan-Opfer Stars, die auf Stars starren

In einer TV-Show sammelten etliche Berühmtheiten Spenden für die Opfer der Hurrikane "Harvey" und "Irma". Der Auflauf glich der Oscarverleihung - klare Worte zu Trump und seiner Klimapolitik fielen auch.

Getty Images/ Hand in Hand

Wie viele Stars passen in eine Stunde?

Bei der "Hand in Hand"-Spendensendung für die Opfer der Hurrikane "Harvey" und "Irma" war es geradezu ein Gedränge von Stars.

Da saß Bruce Willis zwischen Steve Buscemi und Al Pacino. Und Über-Teenie-Superstar Justin Bieber traf auf Ex-Teenie-Superstar Joe Jonas von den Jonas- Brothers. Und Stars trafen noch viel größere Stars. So große Stars, dass manche es sich nicht nehmen ließen, um ein gemeinsames Selfie zu bitten.

Da waren Hollywoodstars wie George Clooney, Julia Roberts, Bruce Willis, Reese Witherspoon, Tom Hanks, Matthew McConaughey, Leonardo DiCaprio und Jamie Foxx. Und Musikgrößen wie Drake, Usher, Cher, Gwen Stefani, will.i.am und Justin Timberlake.

Um nur einige zu nennen.

Kein Eklat - aber klare Worte

Eine Stunde lang wurde die Hilfesendung auf 15 TV-Sendern übertragen. Erst live an der Ostküste, dann als Aufzeichnung an der Westküste.

Zwar kam es dabei zu keinem Eklat, wie 2005, als Kanye West bei der Spendenshow nach Hurrikan "Katrina" vor der Kamera stand und sagte: "Schwarze sind George Bush egal." Doch schon ganz am Anfang setzte Stevie Wonder den Ton der Sendung. Bevor er "Lean on me" spielte, hielt er eine bewegende Rede über die Gleichheit aller Menschen im Angesicht einer solchen Katastrophe - und beendete sie mit einem Seitenhieb auf Trump: "Wer nicht an die Klimaerwärmung glaubt, muss blind sein - oder dumm."

Beyoncé, die aus Houston stammt und bereits Anfang der Woche vor Ort war, um zu helfen, sandte eine bewegende Videobotschaft: "Naturkatastrophen diskriminieren nicht", sagte sie. Sie sähen nicht, ob man ein Immigrant sei, schwarz oder weiß, jüdisch oder muslimisch, arm oder reich. Die schrecklichen Stürme seien eine weitere grausame Herausforderung in einer Zeit, in der "Gewalt und Rassismus in diesem Land" viele bereits dazu gebracht hätten, zu denken, "es kann nicht schlimmer werden."

Justin Bieber kam mit blauem Stirnband, großer goldener Brille und wiederentdecktem Glauben. Der Popstar betrat die Bühne unter anderem mit einem Rabbi, einem christlichen Pfarrer und einem muslimischen Gelehrten. Brav lauschte Bieber mit geschlossenen Augen den Worten von Pastor John Gray.

Mit seinem neuhergezeigten Glauben scheint es Ernst zu sein. Vor Kurzem sagte er die letzten Auftritte seiner Welttournee ab - offiziell aus Erschöpfung. Das für gewöhnlich bestens informierte Klatschportal "TMZ" berichtete jedoch, der wahre Grund sei Biebers Wunsch, zurück zu Jesus zu finden.

Insgesamt kamen bei der Sendung 44 Millionen Dollar an Spenden zusammen.


Anmerkung: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, Justin Bieber habe durch den Abend geführt. Tatsächlich war er ebenso Teilnehmer der Sendung wie die anderen Prominenten. Wir haben die Stelle im Text angepasst.

bma



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