Hymne bei Obamas Amtseinführung: Beyoncé singt für die Playback-Kritiker

Beyoncé: Ständchen für die Playback-Kritiker Fotos
AP

Der Auftritt wurde gefeiert, aber er war nicht live: Beyoncé hat zugegeben, dass ihr Gesang bei Barack Obamas Amtseinführung vom Band kam. Mit einem spontanen Ständchen beendete die 31-Jährige Zweifel an ihren Live-Qualitäten - bald kann sich ein Millionenpublikum davon überzeugen.

New Orleans - Hat sie oder hat sie nicht? Die Frage, ob Beyoncé bei Barack Obamas Amtseinführung live sang oder nur ihre Lippen zu Musik vom Band bewegte, war das Skandälchen rund um das Großereignis in Washington. Nun hat die 31-Jährige die Gerüchte bestätigt: Ja, der Gesang sei aufgezeichnet gewesen, sagte sie bei einer Pressekonferenz.

Sie sei perfektionistisch und habe vor der Zeremonie nicht genug Zeit für Proben gehabt. "Ich hatte keine Zeit, mit dem Orchester zu üben", sagte sie. Zudem habe es keinen vernünftigen Soundcheck gegeben, und sie habe kein Risiko eingehen wollen.

"Es ging um den Präsidenten, die Amtseinführung, ich wollte, dass er und das Land stolz auf mich sind", sagte Beyoncé. Deshalb habe sie sich entschieden, Playback zu singen. Sie habe aber nicht nur ihre Lippen bewegt, sondern auch mitgesungen. In jedem Fall, so die Sängerin, sei das in der Musikbranche üblich. Im Übrigen sei sie sehr stolz auf ihren Auftritt.

Schon kurz nach dem Auftritt waren Vermutungen geäußert worden, Beyoncé habe eine Darbietung aus der Konserve abgeliefert. Das Thema verselbständigte sich. Entertainer, Politiker - ziemlich viele Leute fühlten sich bemüßigt, ihre Meinung zu verkünden.

Um dem ein Ende zu machen, sprach die Sängerin nun erstmals öffentlich über die Sache. Ganz freiwillig geschah das möglicherweise nicht. Beyoncé tritt am Sonntag in der Halbzeitpause des Super Bowl, des Endspiels der US-Football-Liga NFL, auf. Nun kann sie die Show befreit angehen, die Playback-Frage ist erledigt.

Um neue Gerüchte, sie könne die Nationalhymne live gar nicht gut singen, gleich zu ersticken, bat Beyoncé bei der Pressekonferenz die Anwesenden, aufzustehen. Dann sang sie die Nationalhymne, setzte sich anschließend und sagte, nicht ganz ernst gemeint: "Noch Fragen?"

Bei der Partie am Sonntag könnte Beyoncé vor dem größten Publikum ihrer Karriere singen. Im vergangenen Jahr sang Madonna in der Halbzeitpause, 114 Millionen TV-Zuschauer sahen allein in den USA zu.

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insgesamt 9 Beiträge
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1. Sack Reis!?
da_hamstah 01.02.2013
Oh mein Gott! Das ist ja ein SKANDAL! Es geht um den Präsidenten der US und A! ... aber sie hat es sicher toll gemacht oder!? (ich habs nicht gesehen) Ich denke die ganze Nation, nein die Welt ist stolz auf sie. *Ironie aus*
2. Nein, nein ...
Gerdd 01.02.2013
Zitat von asteriscDa ist er doch: Der Sack Reis, der umgefallen ist...
Fuer den sprichwoertlichen Sack Reis interessiert sich ja bekanntlich niemand. Die Frage, ob Beyonce in dieser exponierten Situation auf Playback zurueckgegriffen hat, hat ganz offensichtlich (und unstrittig) viele Gemueter erhitzt. (Wenn Ihres nicht dazugehoert, na gut. Meine Oma hat mich auch immer damit aufgeregt, dass sie sich fuer abolut nix interessierte, das nicht von der Kanzel kam ...) Den Interessierten bewegt hier die Tatsache, dass wohl niemand die Auffuehrung angesehen hat und spontan ausgerufen hat: "Die mimt doch nur!" - Nein, das Geruecht kam aus dem Studio, wo die Darbietung aufgezeichnet worden war. Die Logik: Die haben es aufgenommen, also muessen sie es auch abgespielt haben. Das ist so zwar nicht zwingend, aber diese Diskussion ist nun muessig, nachdem Beyonce selbst es bestaetigt hat. Mehrere Szenarien waeren moeglich gewesen - zum Beispiel haette man aus der kompletten Aufzeichnung nur der Instrumentalteil eingespielen koennen, waehrend der Gesang live war und nur im Notfall "vom Band" haette zugespielt werden sollen. Nun gut, die bekennende Perfektionistin hat - wie wir jetzt wissen - anders entschieden und nur bei abgeschaltetem Mikrofon mitgesungen. Das kommt uebrigens unendlich viel besser als das luftlose Mimen, wie man aus alten Aufzeichnungen zum Beispiel der ZDF-Hit(z)parade unschwer entnehmen kann. Dabei ist es dann auch hilfreich, wenn das Timing des Saengers praezise reproduziert werden kann - wie gesagt: Bekennende Perfektionistin. Ich finde Beyonces Erklaerung folgerichtig und nachvollziehbar und bin insbesondere von der Demonstration vor der versammelten Presse beeindruckt. Noch Fragen? (Sarah Connor, nimm's mir nicht uebel, aber davon kannst Du Dir vielleicht doch eine ordentliche Scheibe abschneiden - auch wenn ich Deine eigene Musik auch nicht schlecht finde, jedenfalls da, wo sie soulig-bluesig angelegt ist.)
3. Sarkasmus
brehn 01.02.2013
Zitat von da_hamstahOh mein Gott! Das ist ja ein SKANDAL! Es geht um den Präsidenten der US und A! ... aber sie hat es sicher toll gemacht oder!? (ich habs nicht gesehen) Ich denke die ganze Nation, nein die Welt ist stolz auf sie. *Ironie aus*
Recht haben Sie, auch wenn sie Sarkasmus mit Ironie verwechseln. Aber macht nichts, passiert in letzter Zeit ungewöhnlich vielen... Ansonsten sollen die Leut doch krähen, dass die Frau singen kann wussten auch vorher schon alle, gibt ja bloss sonst nix zu berichten...
4. Ich hab dazu mal ein Voting erstellt
evalineklein 01.02.2013
Was denkt ihr über Beyoncé und ihre Playback Show?http://www.voycer.de/voting/3uhiHLids/playback-bei-stars-willst-du-dein-geld-zuruck
5.
mitchomitch 01.02.2013
Ich finde, es war eine gute Idee, die Hymne auf der Pressekonferenz noch einmal live zum Besten zu geben. Spontan war das jetzt natürlich nicht, aber immerhin hat es die Dame geschafft, damit die meisten Kritiker schlagartig zum Schweigen zu bringen.
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Chronik in Bildern: Obamas erste Amtszeit

Fläche: 9.632.000 km²

Bevölkerung: 310,384 Mio.

Hauptstadt: Washington, D.C.

Staats- und Regierungschef: Barack Obama

Vizepräsident: Joseph R. Biden

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