Insolvenzaffäre: Franjo Pooth zeigt Ex-Mitarbeiter an

Der Pleite-Skandal geht weiter: Kurz nach seiner Selbstanzeige beim Finanzamt hat Unternehmer Franjo Pooth nun Strafanzeige gegen zwei frühere Mitarbeiter erstattet. Sie sollen vertrauliche Dokumente gestohlen und verhökert haben. Außerdem will Veronas Gatte erpresst worden sein.

Düsseldorf - Die beiden früheren Maxfield-Angestellten sollen Akten aus dem Unternehmen gestohlen und für 20.000 Euro an einer Boulevardzeitung verkauft haben. Ein Sprecher der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft bestätigte einen entsprechenden Bericht des Magazins "Focus". Strafanzeige hat der Gatte von TV-Star Verona Pooth demnach außerdem gegen einen Unbekannten erstattet, der Anfang Mai versucht haben soll, den Unternehmer um 500.000 Euro zu erpressen.

Auch die Düsseldorfer Sparkasse soll Opfer eines Erpressungsversuchs geworden sein. Als angeblicher Vertreter einer US-Investorengruppe soll sich ein 57-Jähriger Einblick in vertrauliche Firmendokumente von Pooth verschafft haben. Damit habe er dann die Sparkasse als Hauptkreditgeber von Maxfield erpresst und 150.000 Euro Schweigegeld gefordert.

Seine Drohung: Er werde öffentlich machen, dass die Sparkasse Maxfield noch Kredite bewilligt habe, als die Firma schon pleite gewesen sei. Die Sparkasse habe aber umgehend die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, sagte der Behördensprecher.

Gegen Franjo Pooth wird wegen Bestechung und Insolvenzverschleppung ermittelt. Pooths Unternehmen Maxfield hatte im Januar Insolvenz angemeldet. Nach Auskunft des Insolvenzverwalters belaufen sich die Schulden des Unternehmens auf 19 Millionen Euro. Die Gläubiger können nur mit einem kleinen Bruchteil ihrer Ansprüche rechnen.

Pooth soll sich mit teuren Geschenken an Sparkassen-Vorstände hohe Kredite für sein Unternehmen erschlichen haben. Der Chef der Düsseldorfer Sparkasse und ein weiterer Vorstand waren deswegen fristlos entlassen worden.

Pooth hat beim Düsseldorfer Finanzamt Selbstanzeige erstattet, vermutlich, um einer Verurteilung wegen Steuerhinterziehung zu entgehen.

Wenige Monate vor dem Insolvenzantrag soll Pooth zudem ein auf drei Millionen Euro taxiertes Privatgrundstück nahe des Rheinufers an seine Frau Verona übertragen haben.

han/dpa

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