Premierministerin Ardern "Neuseelands First Baby" in New York

Die neuseeländische Premierministerin ist zum Uno-Treffen nach New York gereist, mit dabei ist ihre kleine Tochter. Die Vereinten Nationen loben den Schritt. Bei einigen Japanern hat Baby Neve schon für Verwirrung gesorgt.

AFP

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern hat ihre drei Monate alte Tochter Neve Te Aroha in die Uno-Vollversammlung mitgebracht. Während die 38-Jährige am Montag bei einem Friedensgipfel am Vortag des Auftakts der Uno-Generaldebatte eine Rede hielt, saß ihr Partner Clarke Gayford mit dem Baby im Publikum.

Bei Twitter veröffentlichte Gayford ein Foto vom Uno-Zugangsausweis seiner Tochter, auf dem sie als "Neuseelands First Baby" bezeichnet wird. "Weil alle hier auf Twitter gefragt haben, wo Neves Uno-Ausweis ist, haben die Mitarbeiter einen hervorgezaubert", schrieb Gayford. "Ich wünschte, ich hätte den verwirrten Ausdruck einiger japanischer Vertreter festhalten können, als sie gestern in einen Uno-Konferenzraum kamen, in dem gerade Windelwechsel angesagt war." Das werde mal eine großartige Geschichte für ihren 21. Geburtstag.

Am Sonntag hatte der Radio- und Fernsehmoderator Gayford bei Twitter bereits über das Programm der kommenden Woche geschrieben, dazu zählen demnach unter anderem 37 Stunden im Flugzeug und 40 Events: "Eine Premierministerin. Ein Baby. Ein Plus 1." Dazu veröffentlichte er ein Foto seines eigenen Uno-Passes.

Der Sprecher der Vereinten Nationen, Stéphane Dujarric, sagte, man sei begeistert vom Besuch des Babys im Saal der Vollversammlung. "Premierministerin Ardern zeigt, dass niemand besser geeignet ist, ein Land zu repräsentieren, als eine berufstätige Mutter." Nur fünf Prozent der Anführer weltweit seien Frauen, "deshalb müssen wir sie hier bestmöglich willkommen heißen".

Ardern selbst sagte bei einer Veranstaltung am Sonntag in New York, sie habe großes Glück. "Ich habe ein unglaubliches Netzwerk an Unterstützern um mich herum. Ich habe die Möglichkeit, mein Kind mit zur Arbeit zu bringen. Es gibt nicht viele Orte, an denen das möglich ist." Solange sie nur eins tun könne - nämlich die Art und Weise zu verändern, wie in der Gesellschaft über Mütter und Kinder am Arbeitsplatz gedacht werde - sei sie zufrieden. Vom Moderator der Veranstaltung darauf angesprochen, dass Baby Neve gerade hinter der Bühne und sehr ruhig sei, sagte Ardern: "Das war sie heute Morgen um halb vier nicht."

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Fotostrecke: Babybesuch bei der Uno

Gayfords und Arderns Tochter war Mitte Juni in Auckland zur Welt gekommen. Sechs Wochen nach der Geburt beendete die Premierministerin ihre Babypause, seitdem kümmert sich vor allem Gayford um Neve. Dass Regierungschefinnen während ihrer Amtszeit ein Kind bekommen, ist weltweit eine ziemliche Ausnahme. Vor der Neuseeländerin ist überhaupt erst eine Premierministerin während ihrer Amtszeit Mutter geworden: die Pakistanerin Benazir Bhutto im Jahr 1990.

aar/dpa/Reuters

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