Jada Pinkett Smith über Vorurteile "Blondes Haar an weißen Frauen löste etwas in mir aus"

In ihrer Talkshow spricht Jada Pinkett Smith über Alltägliches und Emotionales. In der aktuellen Folge widmet sie sich der Beziehung zwischen schwarzen und weißen Frauen - und offenbart ihre eigenen Vorurteile.

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Offen und ehrlich gibt sich Jada Pinkett Smith, Schauspielerin und Sängerin, in ihrer Online-Talkshow "Red Table Talk". Einmal die Woche spricht sie auf Facebook mit ihrer Tochter Willow und ihrer Mutter Adrienne über die Dinge ihres Lebens. Mal geht es um Haarausfall, mal erzählt die 47-Jährige, warum sie sich am Tag ihrer Hochzeit mit Will Smith miserabel fühlte.

In der aktuellen Folge stellt Pinkett Smith jedoch ein gesellschaftliches Problem in den Vordergrund: Vorurteile gegenüber Frauen mit anderer Hautfarbe - und die Schauspielerin gibt zu, dass auch sie sich davon lange nicht freimachen konnte.

Vor allem die Beziehung zwischen weißen und schwarzen Frauen war Thema. Wegen ihres Geschlechts wüssten auch weiße Frauen, wie es sich anfühlt, ausgegrenzt und unterdrückt zu werden, sagte Pinkett Smith - und gab kurz darauf zu, dass auch sie Vorurteile gegenüber weißen Frauen gehabt habe.

Pinkett Smith wurde wegen ihrer Haare gehänselt

"Blondes Haar an weißen Frauen löste etwas in mir aus", gestand die 47-Jährige. Grund dafür seien Erfahrungen gewesen, die Pinkett Smith in ihrer Kindheit machte. "Ich erinnere mich daran, wie weiße Frauen mich wegen meiner Haare und meines Aussehens hänselten. Ich fühlte mich herabgesetzt."

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Jada Pinkett Smith: "Wir müssen uns unseren Vorurteilen stellen"

Erlebnisse, die die Schauspielerin offenbar nachhaltig prägten. Als sie eines Tages ein Interview mit einer blonden Frau hatte, habe sie zwei Mal überlegt, ob sie den Termin wahrnehmen solle. Sie habe nicht gewusst, ob sie das wirklich tun wolle, sagte sie. Wegen des Aussehens der Frau sei das ihr erster Impuls gewesen. Kurz darauf überdachte Pinkett Smith offenbar ihre Reaktion.

Ihre Erfahrungen gäben ihr nicht das Recht, alle blonden Frauen in einen Topf zu werfen. "Und seht mich an. Ich bin selbst blond geworden", sagte die Schauspielerin über ihre Frisur. Ihre Vorurteile seien die gleichen wie die der Menschen, die von einem schwarzen Mann ausgeraubt worden seien und nun sagen würden, dass alle schwarzen Männer Diebe seien.

Um die Beziehung zwischen schwarzen und weißen Frauen zu verändern, seien auch die schwarzen Frauen gefragt, findet Pinkett Smith. "Wir müssen uns unseren Vorurteilen stellen, die uns daran hindern, die Kluft zu überwinden."

sen



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