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Debatte über schwarzen James Bond: Sag niemals nie

Von und (Grafik)

In "Spectre" ist Daniel Craig noch als James Bond zu sehen, doch Idris Elba wird seit Jahren als Nachfolger gehandelt. Manche träumen schon vom schwarzen 007, andere halten an der Tradition fest. Der Überblick.

Sag niemals nie

Egal, wer gerade als nächster James Bond gehandelt wird – der Name von Idris Elba fällt mit fanatischer Regelmäßigkeit. Der 43-Jährige erklärte jedoch, das Gerücht habe sich erledigt. "Wenn es jemals eine Chance gab, dass ich Bond spiele, ist sie verschwunden." Die Gerüchte dürften dazu beigetragen haben. Gespräche mit den Produzenten habe es ohnehin nie gegeben. Und so attraktiv scheint ihm die Vorreiternummer auch nicht mehr: "Wenn ich ihn spiele, will ich nicht der schwarze James Bond genannt werden", so Elba. "Sean Connery war ja auch nicht der schottische Bond."

Pierce Brosnan
dpa 
Der 62-Jährige hat sich bislang als einer der liberalsten Interpreten der Bond-Rolle hervorgetan. Er fände einen schwulen Geheimagenten durchaus interessant, sagte er dem Magazin "Details". Allerdings glaubt er, man solle sich vorsichtig an solche Veränderungen herantasten. Den Anfang könnte ja ein schwarzer Schauspieler machen. "Idris Elba hat definitiv die Physis, das Charisma und die Ausstrahlung." Team: Superliberal.
Roger Moore
dpa 
Roger Moore, 007-mal Bond gespielt, löste mit seinen Äußerungen, Bond solle "englisch-englisch" sein, Empörung bis Unbehagen aus. Ein schwarzer Bond sei zwar eine "interessante Idee, aber unrealistisch". Moore ruderte angesichts der massiven Kritik zurück und erklärte, er sei falsch zitiert worden. In der "Daily Mail" wiederholte er nun jedoch seine Weißer-Hetero-Mann-Theorie. Einen weiblichen oder schwulen Bond werde es "aus dem einfachen Grund nicht geben, weil das nicht das war, was Ian Fleming schrieb". Hm. Aber: Moore ist auch der Überzeugung, dass Timothy Dalton der beste Bond war. Team: Hm, hm.
David Oyelowo
AFP 
David Oyelowo wurde von den Nachlassverwaltern des Bond-Erfinders Ian Fleming persönlich gefragt, ob er den Geheimagenten verkörpern wolle – allerdings nur für die Hörbuchversion. Oyelowo fühlte sich trotzdem geschmeichelt, sagte aber auch: "Ein schwarzer Bond wäre ein kulturelles Ereignis, ein Statement weit über Unterhaltung hinaus." Sein Favorit: Idris Elba. "Er ist ein Leinwand-Titan und hat alle Qualitäten, die man von Bond erwartet." Team: We love Elba.
Anthony Horowitz
dpa
Man könnte meinen, als Autor der Bond-Romane habe Anthony Horowitz ein wenig mehr Feingefühl, was das Casting des neuen Bonds betrifft, aber nein. Idris Elba sei für ihn nicht die richtige Besetzung, er sei ein wenig "zu rau" für die Rolle, ein bisschen zu sehr "Straße". Es dauerte nicht lange, bis Horowitz sich öffentlich entschuldigte. "Es tut mir leid, dass meine Äußerungen über Idris Elba Ärger erregt haben. Ich bin ein Schreiber, kein Casting-Agent, was weiß ich also schon?" Team: Unentschlossen, gezwungenermaßen.
Daniel Craig
AFP 
Daniel Craig, muskulärster, action-lastigster Bond, soll persönlich Idris Elba ins Gespräch gebracht haben. Vor vier Jahren soll er in einem Moment der Unachtsamkeit geäußert haben, Elba würde einen guten Bond abgeben. "Da begann das Gerücht, ich mache Craig dafür verantwortlich", sagt Elba. Mittlerweile hängen Craig seine Rolle (Zitat: "Würde eher die Pulsadern aufschneiden", als in absehbarer Zeit einen weiteren Bond zu drehen) und die Spekulationen offenbar zum Hals raus. "Es ist mir scheißegal, welche Hautfarbe er hat", sagte der 47-Jährige der "Sun". Früher Team Elba, jetzt Team Lasst-mich-in-Ruhe.
Yaphet Kotto
imago/ United Archives
Yaphet Kotto setzte 1973 in "Leben und sterben lassen" als Dr. Kananga dem damaligen Bond Roger Moore zu. Von einem schwarzen 007 hält der 75-Jährige allerdings wenig: "James Bond kann nicht schwarz sein. Zum Teufel mit der politischen Korrektheit, wir müssen bei dem bleiben, was buchstäblich korrekt ist", sagte er. Erfinder Ian Fleming habe Bond als weiße Figur erschaffen, also könne er auch nicht schwarz sein. Es sei lächerlich, alles spielen zu wollen. "Wenn ich sage, dass ich JFK spielen will, sollte ich ausgelacht werden." Team: Zum Teufel mit der politischen Korrektheit!
Kanye West
Reuters 
Kanye West, selbsterklärtermaßen ein Gott und US-Präsidentschaftskandidat 2020, beharrt darauf, dass Elba der perfekte Mann für die Rolle wäre. "Ich kenne Idris ein wenig und er hat großes Talent. Wenn die Rolle des James Bond frei wird, muss es seine sein." West spricht von einer "visionären" Besetzungsentscheidung. Team: Elba for President.
Barbara Broccoli
Getty Images 
Barbara Broccoli ist durch und durch Ian Fleming, ihr Vater kaufte dem Bond-Erfinder damals die Rechte für die Agenten-Romane ab. Sie betont oft, dass man mit Craig endlich wieder einen Sean Connery gefunden habe. In der Vergangenheit hat sie sich zwar verhalten offen für einen schwarzen Bond gezeigt. Allerdings gebe es Grenzen bei der Verfremdung der Buchvorlage, vor allem, was die Sexualität des Spions betreffe. Pierce Brosnan fasste ihre Haltung so zusammen: Er glaube nicht, dass Broccoli einen schwulen Bond zu ihren Lebzeiten auf die Leinwand lasse. Team: Never change a winning team.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 71 Beiträge
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1.
totalmayhem 26.10.2015
Ich waere fuer Keira Knightley als 007 aber Luther is auch OK. :)
2.
erst nachdenken 26.10.2015
Tradition ist bei 007 seit Craig eh gestorben. Bond ist heute nur noch ein Actionfilm unter vielen.
3. Scotchidea
LtRipley 26.10.2015
Wie soll man ihn dann noch in schnellen Prügelszenen von Felix Leiter unterscheiden? Eine fast so brillante, progressive Idee wie ein chinesischer Kiuh oder ein chinesischer Manni Penni.
4. Jambo Bond? Jamie Bond? Jeremia Bond?
whocaresbutyou 26.10.2015
ich bin ja auch unbedingt der Meinung dass, abseits jeglichen Drehbuchs oder Genres, der Gerechtigkeit nicht eher Genüge getan ist, bis alle Geschlechter sämtlicher ethnischer Gruppen gemäß ihrer globalen Verbreitung gleichmäßig berücksichtigt wurden. Warum muss Bond eigentlich immer ein männlicher, britischer Frauenschwarm sein? Wie, Buch...? Was für`n Buch?? [/Ironie]
5. Bill Cosby oder?
paxmir 26.10.2015
... Man man man, die Kirche sollte im Dorf bleiben. Das wird dann so ein Mist wie wild wild West oder die letzte Reise in 80 Tagen um die Welt. Manche Dinge sollten nah am Original bleiben oder gar nicht erst versucht werden.
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