Til Schweiger über Jan Ullrich "Von jetzt an bist du nicht mehr mein Freund"

Til Schweiger äußert sich nach dem Streit mit Jan Ullrich in einem Zeitungsinterview - und schildert den Vorfall aus seiner Sicht.

Jan Ullrich
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Am Freitag soll der ehemalige Radprofi Jan Ullrich auf das Grundstück seines Nachbarn Til Schweiger auf Mallorca eingedrungen sein. Wenig später bestätigte der Schauspieler das gegenüber der "Bild"-Zeitung - und hat der "Bild am Sonntag" nun noch mehr Details über den Vorfall geliefert.

Ullrich sei über das Tor gekommen, berichtet Schweiger, als er mit Gästen gerade im Poolhäuschen ein Musikvideo angesehen habe. Deshalb hätten sie den ehemaligen Radprofi nicht bemerkt. Dieser soll aggressiv gewesen sein: "Er ging sofort mit einem Besenstiel auf einen Freund von mir los", sagt Schweiger. Er habe daraufhin die Polizei gerufen: "Die kam dann auch, hat ihn in Handschellen abgeführt."

"Bevor die Polizei kam, habe ich zu ihm gesagt: Von jetzt an bist du nicht mehr mein Freund", berichtet Schweiger. Er kennt Ullrich laut eigener Aussage, seit dieser vor zwei Jahren in das Nachbarhaus einzog. Offenbar verstanden die Männer sich eine Zeit lang gut: "Mein Tor war immer offen", sagt der Schauspieler.

Til Schweiger
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Til Schweiger

Dann habe sich Ullrich verändert und sei abgestürzt. Schweiger stellte ihn deshalb zur Rede, so berichtet er es zumindest in der "Bild am Sonntag": "Es ist doch deine Verantwortung als Vater, dass du so alt wirst wie möglich. Deine Kinder lieben und brauchen dich." Auch andere Freunde hätten oft auf den Ex-Sportler eingeredet und ihn aufgefordert, einen Entzug zu machen. "Du verlierst dein ganzes Leben", hätten sie gesagt.

Mit ihren Ratschlägen seien sie aber nicht zu Ullrich durchgedrungen. Deshalb sieht Schweiger in dem aktuellen Geschehen angeblich auch etwas Gutes: "Ich wünsche mir, dass er aus dem Knast direkt in einen Entzug geht und zu dem Menschen zurückkehrt, der er eigentlich ist. Nämlich ein herzensguter, liebenswerter, großzügiger Mensch, der seine Kinder abgöttisch liebt und seine Frau eigentlich auch."

Ullrich und seine Ehefrau Sara hatten sich vor wenigen Wochen getrennt. Die drei gemeinsamen Kinder leben seitdem bei ihrer Mutter. Im Gespräch mit der "Bunten" gab Ullrich vor Kurzem Alkoholprobleme zu.

Ullrich gewann 1997 als bislang einziger deutscher Rennradfahrer die Tour de France, 2000 wurde er in Sydney Olympiasieger. Später sah er sich mit Dopingvorwürfen konfrontiert und wurde 2006 von der Tour de France ausgeschlossen. 2007 beendete er seine Karriere.

bbr



insgesamt 97 Beiträge
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mittagsrast1 05.08.2018
1. Schöner Freund
Was für ein perfider Weg dem angeblich abgöttisch geliebten Familienvater und Freund Ulrich einen mitzugeben. Wäre Herr Schweiger tatsächlich so etwas ähnliches wie ein Freund -wobei ich den Eindruck habe, dass man in diesen Kreisen bestenfalls mit einander bekannt ist- dann hätte er wohl einen weniger öffentlichkeitswirksameren Weg finden können das unter Beweis zu stellen. Und seit wann ist Herr Schweiger auf diesem Gebiet eine moralische Instanz?
Lagrange 05.08.2018
2.
Echt traurig, was mit vielen Spitzensportlern so nach der Karriere passiert. Eigentlich kann man nur jedem empfehlen sich direkt nach der Karriere mit einem Coach zusammenzusetzen und einen After-Karriere-Plan aufzustellen. Wobei Jan Ullrich auch ein Opfer des Systems "Doping im Radsport" ist. Ich drücke ihm die Daumen, dass er sein Leben wieder in den Griff bekommt. War trotz des Dopingsumpfes ein toller Sportler
Rosenhag 05.08.2018
3.
Ich glaube ihm kein Wort. Dieser Schweiger schauspielert doch nur.
molli55 05.08.2018
4. jeder mensch
hat ne 2.chance verdient. ich wünsche ihm eine solche. aber dafür muss er leider was tun. ich wünsch es ihm, aber ich habe Zweifel... wäre schade um einen Kämpfer im Satte wie ihn...
Newspeak 05.08.2018
5. .....
Bei einem bekannten Doper noch von "gewinnen" zu sprechen, halte ich für unangebracht, vor allem denen gegenüber, die nicht gedopt haben und betrogen wurden.
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