Jan Ullrich "Aus Liebe zu meinen Kindern mache ich eine Therapie"

Nach dem Eklat mit Til Schweiger und seiner Festnahme auf Mallorca gibt Jan Ullrich private Probleme zu. Die Trennung von Frau und Kindern belaste ihn sehr. Nun will sich der Ex-Radprofi Hilfe holen.

Jan Ullrich
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Der frühere Radprofi Jan Ullrich hat nach einem Streit mit dem Schauspieler Til Schweiger und der darauf folgenden Festnahme auf Mallorca private Probleme eingeräumt. Die Trennung von seiner Frau Sara und die Entfernung zu seinen Kindern, die er seit Ostern nicht mehr gesehen habe, habe ihn sehr mitgenommen, sagt Ullrich der "Bild"-Zeitung.

"Dadurch habe ich Sachen gemacht und genommen, die ich sehr bereue", sagte der 44-Jährige. Ullrichs Ehefrau war mit den drei gemeinsamen Söhnen dem Bericht zufolge nach Deutschland gezogen.

Ullrich kündigte mit Blick auf seine Probleme an: "Aus Liebe zu meinen Kindern mache ich jetzt eine Therapie." Er bestreite aber, süchtig zu sein, schrieb die Zeitung. Laut seinem Anwalt Wolfgang Hoppe ist bereits seit einiger Zeit ein Platz in einer Klinik in Deutschland für Ullrich reserviert. "Jan kann dort jederzeit hin. Wir hoffen alle, dass er schnell wieder auf die Beine kommt und werden ihn dabei so gut wie möglich unterstützen", sagte Hoppe der Zeitung.

Am Freitagabend war es auf dem Grundstück von Ullrichs Nachbar Til Schweiger in einem Vorort der Inselhauptstadt Palma zu einem Zwischenfall gekommen. Der Tour-de-France-Sieger von 1997 soll laut "Bild" auf das Grundstück des Schauspielers ("Honig im Kopf") gelangt sein - obwohl dieser das nach eigenen Angaben verhindern wollte. Über den weiteren Verlauf des Streits machten beide gegenüber "Bild" und "Bild am Sonntag" unterschiedliche Angaben.

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Jan Ullrich: Der Absturz

Ullrich kam vorübergehend in Polizeigewahrsam und wurde nach rund 24 Stunden wieder auf freien Fuß gesetzt. Nach Angaben einer Gerichtssprecherin darf der Ex-Sportstar sich Schweiger nicht mehr nähern. "Ich bin bereit, mich bei Til zu entschuldigen, erwarte aber auch eine Entschuldigung", sagte Ullrich.

Schweiger entgegnete laut "Bild", er werde nicht auf seinen Nachbarn zugehen, aber: "Wenn Jan Hilfe sucht, bin ich der Erste, der ihm hilft."

"Menschenunwürdige Zustände" im Gefängnis

Die Nacht in der Zelle hinterließ bei Deutschlands einzigem Tour-de-France-Sieger nachhaltigen Eindruck. Der frühere Rad-Star klagte über "menschenunwürdige Zustände" im Gefängnis. "Ich konnte mich mit den Beamten nicht verständigen. Sie sprachen nur Spanisch, verstanden kein Englisch. Ich konnte keinen Anwalt anrufen", sagte Ullrich. "Ich musste alles bis auf die Hose ausziehen. In der sehr kleinen Zelle gab es nur eine Pritsche und ein Handtuch. Überall Kot und Urin auf dem Boden und an den Wänden. Ich habe Platzangst bekommen, konnte nicht schlafen. Es war eine der härtesten Prüfungen meines Lebens."

Ullrich hatte sich 2016 mit seiner Frau und den Kindern auf Mallorca niedergelassen. Im vergangenen Jahr schwärmte er in einem Interview mit der "Mallorca Zeitung" von seinem neuen Zuhause. Neben dem schönen Wetter "spielte für uns auch eine Rolle, dass ich hier auf der Insel perfekt Radfahren kann und unsere Kinder international aufwachsen können", sagte er dem Blatt.

Er fügte hinzu: "Früher in den erfolgreichen Zeiten hatte ich sehr viele Freunde. In den schwierigen Zeiten merkt man dann, wer ein wahrer und ehrlicher Freund ist."

sen/dpa/sid



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