Jane Fonda "Ich wurde als Kind sexuell missbraucht"

Jane Fonda hat eine schwierige Jugend verbracht, immer wieder vergingen sich Männer an ihr. In einem Interview erläuterte die 79-Jährige nun, warum sie sich erst spät gegen die Übergriffe wehrte.

AFP

Wohl kaum ein Thema ist so sehr mit Scham besetzt, trotzdem hat Jane Fonda nun über sexuellen Missbrauch in ihrem eigenen Leben gesprochen. "Ich wurde vergewaltigt, als Kind sexuell missbraucht, gefeuert, weil ich nicht mit meinem Chef schlafen wollte", sagte die Hollywoodlegende in einem Interview.

Das Gespräch führte sie mit der 27-jährigen Oscargewinnerin Brie Larson für das Magazin "The Edit". Sie habe immer gedacht, so Fonda, "dass es meine Schuld sei, ich nicht das Richtige gesagt oder getan habe." Konkreter wurde die 79-Jährige nicht, erzählte aber, dass sie in ihrem Leben einige Männer mit patriarchalischer Denkweise kennengelernt habe.

"Ich fühlte mich bedeutungslos. Irgendwann habe ich beschlossen, mich nicht aufzugeben, um einem Mann zu gefallen", sagte Fonda. Sie sei mit der Krankheit aufgewachsen, es allen recht machen zu wollen, habe sich dann aber einer Gruppe zur Förderung der Emanzipation von Frauen angeschlossen: "Eine der Errungenschaften der Bewegung ist es, zu erkennen, dass es nicht unsere Schuld ist."

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Jane Fonda: "Ich fühlte mich bedeutungslos"

"Ich kenne junge Mädchen, die vergewaltigt wurden und sich dessen nicht einmal bewusst waren", sagte Fonda weiter. "Sie dachten, sie hätten nicht klar genug Nein gesagt."

Fonda, die in den Siebzigerjahren zweimal mit einem Oscar ausgezeichnet wurde, ist die Tochter des 1982 gestorbenen Schauspielers Henry Fonda. Über ihre schwierige Vergangenheit hatte sie bereits mehrfach offen gesprochen: In ihren Memoiren schrieb die Schauspielerin schon 2005, dass ihre Mutter sich das Leben genommen habe, als Fonda zwölf Jahre alt war - und dass sie 30 Jahre lang unter Bulimie gelitten habe.

Die zweifache Oscar-Preisträgerin wird am Samstag in Hamburg bei der Verleihung der Goldenen Kamera für ihr Lebenswerk geehrt. Sie sei für Generationen von Menschen eine Ikone, auch weil sie sich unermüdlich politisch engagiere, hieß es zur Begründung. Fonda hat angekündigt, den Preis auf der Gala in den Hamburger Messehallen persönlich entgegenzunehmen.

mxw/dpa



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