Japan Sumo-Champion Harumafuji tritt nach Prügel-Skandal zurück

Harumafuji ist ein Star in Japan, einer von vier Sumo-Kämpfern mit dem höchsten Rang: Jetzt hat der 33-Jährige seinen Rücktritt erklärt, weil er in einer Bar einen Kollegen verprügelte - angeblich mit einer Karaoke-Fernbedienung.

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Japans Nationalsport Sumo wird von einem Prügelskandal erschüttert - und hat auf unrühmliche Weise einen seiner Champions verloren. Weil er einen anderen Ringer bei einem Trinkgelage aus Verärgerung geschlagen hatte, gab der aus der Mongelei stammende Harumafuji das Ende seiner Karriere bekannt.

Der 33-jährige, einer von vier Sumo-Kämpfern mit dem höchsten Rang (Yokozuna), räumte ein, seinen rangniederen Landsmann Takanoiwa in einer Bar im Westen des Landes verprügelt zu haben. "Als Yokozuna fühle ich mich verantwortlich, Takanoiwa verletzt zu haben", sagte Harumafuji. "Ich entschuldige mich aus tiefstem Herzen bei den Sumo-Fans, der japanischen Sumo-Vereinigung, den Unterstützern meines Stalles und bei meinem Trainer sowie dessen Frau dafür, solche Probleme verursacht zu haben."

Details zu dem Vorfall, der von der Polizei untersucht wird, nannte Harumafuji nicht. Japanischen Medien zufolge war er darüber verärgert, dass Takanoiwa mit seinem Smartphone zugange war, während dieser von Großmeister Hakuho gescholten wurde.

"Ich hatte gehört, dass es ihm an Manieren und Höflichkeit mangele", sagte Harumafuji. Deshalb habe er es als seine Pflicht angesehen, den jüngeren Kollegen zurechtzuweisen. "Aber dabei bin ich zu weit gegangen", sagte der 33-Jährige. Der Vorfall habe sich nicht deshalb ereignet, weil er Alkohol getrunken habe.

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Japan: Prügel-Skandal um Sumo-Champion

Über die Schwere der Verletzungen am Kopf von Takanoiwa hatte es widersprüchliche Berichte gegeben. Harumafuji soll ihn mit der Handfläche, seinen Fäusten und mit einer Karaoke-Fernbedienung traktiert haben. Zunächst war von einer Bierflasche die Rede gewesen.

Harumafuji, der mit seinen zuletzt 137 Kilogramm einer der leichtesten Ringer in der höchsten Sumo-Klasse ist, war 2012 nach Asashoryu und Hakuho als dritter Mongole in Folge in den höchsten Rang eines Yokozuna befördert worden. Asashoryus Karriere endete 2010 ebenfalls wegen des Vorwurfs einer Prügelei abrupt.

Der Skandal ist der jüngste Nackenschlag für den japanischen Traditionssport. In den vergangenen Jahren hatten bereits Skandale um Drogenmissbrauch, illegale Wetten, Ringabsprachen und Verbindungen zur Unterwelt das einst hohe Ansehen des Nationalsports erschüttert.

Hinzu kommen Nachwuchsprobleme. Anfang des Jahres war mit dem Ringer Kisenosato zum ersten Mal seit knapp 20 Jahren wieder ein inländischer Sumo-Ringer in den Rang eines Yokozuna erhoben worden. Ausländische Ringer, viele aus der Mongolei, dominieren seit Jahren die etwa 40 sogenannten Sumo-Ställe, in denen die Ringer trainieren.

wit/dpa/Reuters



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