Filmprojekt über Trayvon Martin Todesschütze Zimmerman droht Jay-Z

Jay-Z dreht eine Dokuserie über den 2012 erschossenen Teenager Trayvon Martin. Nun droht der damalige Todesschütze dem Rapper: "Ich weiß, wie ich mit Leuten umgehe, die sich mit mir anlegen."

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Die Todesschüsse eines weißen Nachbarschaftswächters auf den afroamerikanischen Teenager Trayvon Martin erschütterten vor fünf Jahren die USA. Rapper Jay-Z verarbeitet die Tat von George Zimmerman derzeit für ein Filmprojekt - und stößt damit beim Todesschützen von damals offenbar auf wenig Gegenliebe.

Zimmerman drohte dem Musiker nun wegen der geplanten Dokuserie. Ein Filmteam habe seine Eltern und seinen Onkel in ihren Wohnungen in Florida aufgesucht und belästigt, sagte Zimmerman dem Portal "The Blast". In dem US-Bundesstaat laufen derzeit Dreharbeiten für eine von Jay-Z geplante sechsteilige Dokuserie über Martin und die Umstände seines Todes.

Zimmerman, der als privater Nachbarschaftswächter in Florida arbeitete, hatte Martin 2012 in der Stadt Sanford bei Orlando erschossen, als der 17-Jährige gerade auf dem Heimweg war. Zimmermann gab später an, aus Notwehr gehandelt zu haben, eine Jury befand ihn für unschuldig.

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Jay-Z: Der Rapper und der Rüpel

Der Fall Martin ist eines der bekanntesten Beispiele in den USA für tödliche Schüsse von Weißen auf unbewaffnete Schwarze. Sein Tod führte zur Gründung der Bürgerrechtsbewegung "Black Lives Matter".

Zimmermann drohte nun unter anderem, Jay-Z zu schlagen. Jeden, der seine Eltern belästige, werde er "an einen Alligator verfüttert", sagte er laut dem Bericht. "Ich weiß, wie ich mit Leuten umgehe, die sich mit mir anlegen, das mache ich seit Februar 2012", sagte er mit Verweis auf das Datum von Martins Tod.

Der Rapper Snoop Dogg verteidigte Jay-Z in einem Kommentar auf Instagram und warnte davor, ihm auch nur "ein Haar zu krümmen". Trayvon Martin sei gestorben, "aber nicht vergessen".

Jay-Z hatte sich im März die Filmrechte an zwei Büchern über Martin gesichert. Ob die Dokuserie fertiggestellt wird, ist allerdings offen: Der Rapper hat für das Projekt im September 2016 einen Zweijahresvertrag mit The Weinstein Company abgeschlossen - die Produktionsfirma von Harvey Weinstein ist nach dessen Skandal wegen sexueller Übergriffe auf etliche Frauen in Geldnot geraten.

mxw/dpa



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