Gestohlene Nacktfotos Jennifer Lawrence spricht von "sexuellem Missbrauch"

Lange hat Jennifer Lawrence geschwiegen, nun äußert sich der betroffene Hollywoodstar zum Hackerskandal um gestohlene Nacktbilder von Prominenten. "Das ist ein Sexualverbrechen", sagt die 24-Jährige - und fordert schärfere Gesetze.

AFP

New York - So deutlich wie Jennifer Lawrence hat sich noch kein betroffener Star zum Hackerangriff auf Prominente geäußert: Die Oscar-Preisträgerin bezeichnete die Veröffentlichung gestohlener Nacktfotos von ihr als "sexuellen Missbrauch". Es sei kein Skandal, es sei ein Sexualverbrechen, sagte die 24-Jährige dem Magazin "Vanity Fair".

"Es ist so widerlich. Das Gesetz muss dafür geändert werden, und auch wir müssen uns ändern. Man muss diese Webseiten zur Rechenschaft ziehen", zitiert die Zeitschrift die Schauspielerin. Hacker hatten Tausende private Bilder, darunter Nacktaufnahmen, von Prominenten aus Cloud-Diensten gestohlen und veröffentlicht. Lawrence ("Silver Linings", "The Hunger Games") gehörte zu den ersten Opfern. Dann erwischte es unter anderem Kim Kardashian, Schauspielerin Vanessa Hudgens und Fußballspielerin Hope Solo. Und erst Ende September tauchten Bilder von Model Cara Delevingne, Schauspielerin Anna Kendrick und der dreifachen Beachvolleyball-Olympiasiegerin Misty May-Treanor auf.

Kürzlich wurde bekannt, dass auch Victoria's-Secret-Model Erin Heatherton, die Schauspielerinnen Winona Ryder und AnnaLynne McCord, Sängerin Ingrid Michaelson und erstmals auch ein Mann zu den Opfern gehören: Nick Hogan, Sohn von Wrestling-Legende Hulk Hogan.

"Das ist jenseits meiner Vorstellungskraft"

"Nur weil ich in der Öffentlichkeit stehe, nur weil ich Schauspielerin bin, heißt das nicht, dass ich so etwas will", sagte Lawrence nun. "Es ist mein Körper, und es muss meine Entscheidung sein. Und die Tatsache, dass es das nicht war, ist einfach widerlich. Ich kann nicht glauben, dass wir in solch einer Welt leben."

Sie fühle sich "jenseits der Menschlichkeit": "Allein schon, dass jemand sexuell ausgebeutet und so verletzt werden kann. Und dann ist das erste, an das irgendeiner denkt, daraus auch noch Profit zu schlagen. Das ist jenseits meiner Vorstellungskraft."

Die Schauspielerin äußerte sich in dem Interview erstmals öffentlich zu dem Fall. Nach dem Bekanntwerden des Hackerangriffs hatte sie nach eigenen Angaben an einer Stellungnahme gearbeitet, doch diese verworfen: "Alles, was ich versuchte zu schreiben, brachte mich noch mehr zum Weinen oder machte mich wütender." Es gebe jedoch nichts, wofür sie sich entschuldigen müsse.

Lawrence, die unter anderem in "Die Tribute von Panem" mitspielte, hatte die Nacktfotos nach eigenen Angaben während einer Fernbeziehung an ihren damaligen Freund geschickt. "Es war eine liebevolle, gesunde, großartige Beziehung über vier Jahre. Es war eine Fernbeziehung. Entweder dein Freund sieht sich Pornos an oder dich."

Wegen der Fotos droht Google eine 100-Millionen-Dollar-Klage. Ein Anwalt vertritt nach eigenen Angaben mehr als ein Dutzend der betroffenen Frauen - und wirft der Suchmaschine vor, dass die gestohlenen Bilder auch auf konzerneigenen Seiten noch immer auffindbar seien. Damit lasse Google zu, dass die eklatanten Verletzungen der Privatsphäre seiner Mandantinnen andauerten.

wit/dpa/AFP



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Daisola 07.10.2014
1.
Dazu fällt mir nur eines ein: /facepalm o\
HerrDietrich 07.10.2014
2. Also....
das ist doch die Höhe. Sie vergleicht das leaken der Fotos mit sexuellem Missbrauch? Das soll sie mal Leuten erzählen die wirklich sexuell Missbraucht worden sind. Sie leidet wohl unter Realitätsverlust!
motzer2.0 07.10.2014
3. es is doch ganz einfach...
wer keine nacktbilder in der cloud hat dem können sie nicht gestohlen werden... ende der Debatte
hermes69 07.10.2014
4. Bißchen sehr übetrieben
Absurd im Vergleich zu einem wirklichen Sexualverbrechen.
Multiple Choice 07.10.2014
5. Datenschutz
Wäre ja schön, wenn in den USA (und prinzipiell in den anderen angelsächsischen Staaten auch) ordentliche Datenschutzgesetze erlassen werden. Allein, die Forderung von Lawrence ist nur Pfeifen im Walde.
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