Öko-Firma von Jessica Alba Gegen die eigenen Standards

Mit ihren Öko-Produkten für Babys hat Jessica Alba ein milliardenschweres Unternehmen aufgebaut. Doch nun droht der Schauspielerin Ärger: Die Firma soll angeblich eigene Standards nicht einhalten.

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Jessica Alba machte einst ihr Mutterglück zu Geld, viel Geld. Im Internet vertreibt sie über das von ihr mitgegründete Start-up The Honest Company "ehrliche Produkte für Babys", darunter Bio-Windeln und Sonnencreme ohne giftige Inhaltsstoffe. Doch nun hagelt es Kritik für die Schauspielerin. Die 34-Jährige soll laut einem Bericht des "Wall Street Journal" ihre eigenen Öko-Standards nicht einhalten.

Zwei unabhängig voneinander durchgeführte Tests im Auftrag der Zeitung hätten ergeben, dass in Waschmitteln der Firma Natriumlaurylsulfat stecke, berichtete das Blatt. Damit verwende das von Investoren mit 1,7 Milliarden Dollar bewertete Unternehmen eine Chemikalie, die als hautgefährdend auf dem hauseigenen Index stehe.

Das Unternehmen stritt gegenüber der Zeitung ab, das Mittel wissentlich eingesetzt zu haben. Man habe sich auf Produktionspartner und Zulieferer verlassen, die zugesichert hätten, dass die umstrittene Substanz nicht verwendet werde. Für die Firma sind die Testergebnisse dennoch peinlich, denn sie verdankt ihre Beliebtheit nicht zuletzt dem Versprechen strikter ökologischer Richtlinien.

Alba, zweifache Mutter, macht auf ihrer Facebook-Seite und bei Talkshow-Auftritten regelmäßig Werbung für das Unternehmen. 2013 schrieb sie zudem ein Buch: In "The Honest Life" berichtet Alba von potenziell giftigen Chemikalien, die in Alltagsgegenständen vorkommen können, von Alternativen zu chemischen Putzmitteln und von den Vorzügen der Öko-Kosmetik.

Es ist nicht das erste Mal, dass das Unternehmen sich öffentliche Kritik anhören muss. Im August hatten Kunden im Internet behauptet, eine Sonnencreme der Firma wirke nicht. Manche veröffentlichten Fotos von sich mit Sonnenbränden. Das Unternehmen erklärte daraufhin, das kritisierte Produkt habe alle unabhängigen Tests bestanden.

gam/dpa



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insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
Bueckstueck 11.03.2016
1. Ach deshalb...
... sieht man die nicht mehr in Filmen! Oder die Kausalität ist umgekehrt. Wie auch immer. Schön blöd, wenn man sich nur auf Versicherungen der Hersteller verlässt. Da kann man nur hoffen, dass man die Hersteller auf ausreichend hohe Summen verklagen kann um den Absatzeinbruch, der auf solch eine Meldung unweigerlich folgt, auffangen kann. Andererseits ist die erwähnte Sache mit der Sonnencreme es eher nicht wert erwähnt zu werden. 9 von 10 Menschen verwenden Sonnencreme falsch: Es wird viel zu wenig davon aufgetragen. Weils unangenehm ist sich so fettig einzuschmieren wie es nötig wäre und weil das Zeug oft teuer ist. Wenn da also Leute Fotos von ihren schönen Sonnenbränden posten, hat das erstmal 0,0 Aussage- und Beweiskraft. Die Wirksamkeit lässt sich nur durch genormte Labortests glaubhaft verifizieren.
dergenervte 11.03.2016
2. Filme
Jessica Alba dreht jedes Jahr mindestens einen Film. Im Januar ist der Film "The Vail" erschienen.
chalchiuhtlicue 11.03.2016
3.
Was viele Menschen einfach nicht kapieren (wollen?) ist, dass Sonnencreme Sonnenbrände nicht verhindert, sondern lediglich die Zeit bis zum Auftreten eines Sonnenbrandes verlängert. Und diese Zeit kann für Menschen mit empfindlichen Hauttypen (I und II) immer noch deutlich kürzer sein, als sich diese Menschen dann tatsächlich in der Sonne aufhalten.
moe.dahool 11.03.2016
4. Die Wahrheit liegt in der Mitte
Zitat von Bueckstueck... sieht man die nicht mehr in Filmen! Oder die Kausalität ist umgekehrt. Wie auch immer. Schön blöd, wenn man sich nur auf Versicherungen der Hersteller verlässt. Da kann man nur hoffen, dass man die Hersteller auf ausreichend hohe Summen verklagen kann um den Absatzeinbruch, der auf solch eine Meldung unweigerlich folgt, auffangen kann. Andererseits ist die erwähnte Sache mit der Sonnencreme es eher nicht wert erwähnt zu werden. 9 von 10 Menschen verwenden Sonnencreme falsch: Es wird viel zu wenig davon aufgetragen. Weils unangenehm ist sich so fettig einzuschmieren wie es nötig wäre und weil das Zeug oft teuer ist. Wenn da also Leute Fotos von ihren schönen Sonnenbränden posten, hat das erstmal 0,0 Aussage- und Beweiskraft. Die Wirksamkeit lässt sich nur durch genormte Labortests glaubhaft verifizieren.
Natürlich sollte man nicht vollends naiv gutgläubig auf die Angaben der Hersteller setzen. Andererseits weiß ich relativ genau was ich bekomme, wenn ich Nivea, Blend a med oder, um beim Bio zu bleiben, Alnatura kaufe. Man darf durchaus kritisch sein, muss aber nicht wie ein Verschwörungstheoretiker durch die Gänge der Supermärkte gehen. Nicht jeder Konzern ist pöhse und rücksichtslos
SirWolfALot 11.03.2016
5.
Das glauben die doch selbst nicht, jede ansatzweise seriöse Firma, macht selbst Qualitätskontrollen bei gelieferten Produkten.
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