Jessica Chastain "Als einzige Frau am Set fühlt man sich schon mal als sexuelles Objekt"

Sexismus in Hollywood - immer wieder spricht sich Schauspielerin Jessica Chastain für mehr Gleichberechtigung in Hollywood aus. Nun hat die 39-Jährige erneut erklärt, wie die Branche eine "gesündere Perspektive" erlangen könnte.

DPA

Schon öfter hat Jessica Chastain sich zur Diskriminierung von Frauen in der Filmbranche geäußert, nun hat die Schauspielerin noch einmal nachgelegt. "Wenn beide Geschlechter zum gleichen Teil vertreten sind, hat man eine gesündere Perspektive", sagte sie dem Modemagazin "Porter". Denn: "Als einzige Frau am Set fühlt man sich schon mal als sexuelles Objekt." Außerdem gebe es dann "niemanden, der sich ausgeschlossen, schikaniert oder gedemütigt fühlt".

Die 39-Jährige spielt häufiger Charaktere, die in Hollywood als "taffe Frauen" verkauft werden. Im US-Thriller "Zero Dark Thirty" (2012) mimte sie die CIA-Agentin Maya, die Top-Terrorist Osama bin Laden jagt. Ähnlich häufig hat sie kritisiert, dass es solche Rollen in Hollywood viel zu selten gebe.

Auch die Darstellung weiblicher Superhelden empfindet sie als sexistisch. "Wenn man sich Filme wie 'Elektra' und 'Aeon Flux' anschaut, dann ist das Problem der Studios, dass sie die Superfrauen sehr sexualisiert erscheinen lassen wollen", kritisierte Chastain im September.

Zuletzt hatte sie sich gegenüber "Variety" zu dem Gefälle bei der Bezahlung männlicher und weiblicher Schauspieler geäußert. "Dafür gibt es keine Entschuldigung", sagte sie. Es gebe keinen Grund, warum Schauspielerinnen weniger verdienen sollten als ihre männlichen Co-Stars. "Es ist nicht richtig. Und so geht das seit Jahren und Jahren und Jahren." Sie empfinde es als wichtig und mutig, darüber immer wieder zu sprechen.

Unterstützung bekommt Chastain dabei aus den eigenen Reihen. In der Debatte meldeten sich bereits Jennifer Lawrence und Sharon Stone zu Wort, die beide über ungleiche Bezahlung klagten. Kollegin Sandra Bullock beschwerte sich darüber, dass sie auf dem roten Teppich stets nur nach ihrem Äußeren gefragt werde. Olivia Wilde kritisierte, Sexismus in Hollywood sei institutionell. Und auch Rooney Mara fasste die ungleiche Behandlung nüchtern zusammen: "Das ist doch nur eine Begleiterscheinung einer viel größeren Sache."

Aktuell ist Chastain in "The Huntsman & The Ice Queen" zu sehen - und da gibt es einige, große Frauenrollen: Neben ihr spielen in dem Märchenabenteuer Charlize Theron (als Eiskönigin) und Emily Blunt (als deren böse Schwester) mit.

gam

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