Schlagabtausch on Air Jimmy Kimmel entschuldigt sich - auch bei der First Lady

Jetzt reicht es, findet Jimmy Kimmel. Nach einem ungewöhnlich bösartigen Schlagabtausch mit Fox-News-Moderator Sean Hannity zeigt er sich reumütig - auch gegenüber Melania Trump.

Jimmy Kimmel
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Fiese Beleidigungen, ironische Seitenhiebe, offene Kritik - nach einem mehrtägigen medial ausgetragenen Schlagabtausch zwischen Jimmy Kimmel und seinem Gegenspieler, Sean Hannity von Fox News, hat sich Kimmel via Twitter selbstkritisch gezeigt - und per Twitter eine Entschuldigung veröffentlicht.

"Ich gebe zu, dass mir dieses Hin und Her Spaß gemacht hat, aber ich stelle jetzt fest, dass der Level an Bösartigkeiten, die wir ausgetauscht haben (mich eingeschlossen), niemandem guttut, sondern unserem Land schadet", twitterte der US-Latenight-Moderator.

Kimmel hatte den Streit vor rund einer Woche damit ausgelöst, dass er sich über Melania Trump lustig gemacht hatte. Er veralberte die First Lady, die aus Slowenien stammt, indem er ihren Akzent nachahmte, als sie Kindern zu Ostern aus einem Buch vorgelesen hatte. Hannity, der als glühender Unterstützer Trumps gilt, fand das offenbar geschmacklos.

"Kranker, perverser Psychopath"

In seiner eigenen Sendung nannte er Kimmel am Folgetag "verabscheuungswürdig" und eine "Zumutung", wie die "New York Post" berichtet. Die First Lady spreche fünf Sprachen. "Und wie viele Sprachen sprichst du?", fragte Hannity. Danach folgte ein Schlagabtausch zwischen den Moderatoren, in dem Beleidigungen und Bösartigkeiten von beiden Seiten immer heftiger wurden. Hannity nannte Kimmel unter anderem einen "kranken, perversen Psychopathen". Kimmel sprach von Hannity als "dem größten Idioten in dem ganzen Zirkus".

Sean Hannity
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Sean Hannity

In seinem Twitter-Post gab sich Kimmel nun reumütig - auch gegenüber Melania Trump. Die First Lady habe schon genug Sorgen, auch ohne dass man sich auf ihre Kosten lustig mache, um die Fernsehquoten zu steigern, schrieb der Comedian.

Kimmel verwies angesichts der scharfen Tonlage, zu der er selbst beigetragen habe, außerdem auf Drohungen gegen seine Familie. "Ich bin geschockt von den Angriffen gegen mich und meine Frau und von Wünschen, mein Sohn möge tot sein, die uns auch 2018 noch erreichen", heißt es in dem Tweet. Wer auch immer diese Drohungen ausstoße, möge bedenken, was sie anrichteten.

Auch er selbst werde seine Worte künftig mit mehr Bedacht wählen und bedenken, inwiefern sie - gerade in seiner Rolle als Fernsehmoderator - Hass schüren könnten. Er hoffe, dass auch Hannity etwas aus der Sache gelernt habe, schrieb Kimmel, der sich aber einen ironischen Kommentar zum Schluss dann offenbar doch nicht verkneifen konnte.

Er hoffe, dass Hannity seine neu entdeckte Verteidigungshaltung gegenüber Frauen, Einwanderern und First Ladys beibehalte und in seinem heldenhaften Kampf gegen sexuelle Belästigung und Perversion letztlich siegen werde. Kimmel spielte damit auf Hannitys Unterstützung für Trump an, dem unter anderem nach Bekanntwerden heimlich aufgenommener Audioaufzeichnungen offener Sexismus vorgeworfen wird.

Hannity kündigte an, er werde auf Kimmels Post in seiner nächsten Sendung reagieren.

fok/mit Material von AP



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