Komiker John Cleese Ein Plädoyer für radikale Entschleunigung

John Cleese ist immer für einen Witz zu haben, doch Ruhe scheint für den Monty-Python-Komiker ein ernsthaftes Anliegen zu sein. Was ihm in der hektischen Welt fehlt? Die Pflicht, zweimal täglich still zu sitzen.

AP

London - Wenn John Cleese die Welt regieren würde, dann hätten alle Erdenbürger die Pflicht, "zweimal am Tag still zu sitzen". Dieses Bild seiner idealen Welt zeichnet der 75-jährige britische Humor-Veteran laut der Tageszeitung "The Telegraph". Er wünsche sich, die Leute würden "ein wenig mehr innehalten" und die Welt mit Ruhe und Frieden zu einem "gescheiteren Ort" machen.

Cleese, der mit der Komikertruppe Monty Python Fernsehgeschichte geschrieben hat und im Sommer mit dem Ensemble nach mehr als 30 Jahren auf die Bühne zurückkehrte, scheint vor allem genervt von der fortschreitenden Technologisierung des Lebens. Er würde auch "all unsere Technik abschaffen" - weil das ständige Klingeln und Brummen um einen herum es unmöglich mache, Frieden zu finden. "Wir denken, es macht unser Leben einfacher, aber in Wirklichkeit wird es nur unruhiger."

Von Yoga oder Meditation zur Entspannung hält Cleese nichts. Bevor die Briten von diesen Modeerscheinungen hörten, hätten sie lange Spaziergänge gemacht, um abzuschalten - oder auf einer Bank gesessen und in die Gegend gestarrt. Er selbst entspanne übrigens am liebsten bei Laubsägearbeiten.

"Wir brauchen Zeit, um Erlebnisse sacken zu lassen", sagt Cleese. Sein Tipp: Einen Tag lang mal gar nicht reden. Anschließend fühle man sich wunderbar.

wit

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