Hunde-Streit mit Australien Amber Heard entgeht Haftstrafe

Johnny Depp und Amber Heard haben im Streit um die illegale Einreise ihrer Hunde einen Deal mit den australischen Behörden ausgehandelt: Für ein "Mea Culpa" gab es eine milden Schuldspruch.

AP

Illegaler Tierimport wird in Australien mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft. Dieser Umstand mag Johnny Depps Frau Amber Heard bewogen haben, sich nun vor Gericht eines weniger schwerwiegenden Vergehens schuldig zu bekennen: Heard hat zugegeben, im vergangenen Jahr auf einem Einreisedokument falsche Angaben gemacht zu haben. Damals brachte sie Pistol und Boo, die beiden Yorkshire-Terrier des Paares, ohne Genehmigung ins Land.

Sie habe die Quarantäne-Papiere für die beiden Yorkshire-Terrier gefälscht, sagte Heard am Montag vor Gericht in Southport im australischen Bundesstaat Queensland. Für dieses Vergehen sind maximal ein Jahr Gefängnis und mehr als 10.000 australische Dollar (rund 6700 Euro) Geldstrafe möglich.

Richterin Bernadette Callaghan beließ es aber dabei, Heard gutes Benehmen aufzutragen. Die Schauspielerin müsste umgerechnet rund 700 Euro zahlen, sollte sie sich innerhalb eines Monates in Australien etwas zu Schulden kommen lassen.

Das Paar ließ vor Gericht eine auf Video aufgenommene Entschuldigung abspielen. "Wenn man australische Gesetze nicht achtet, wird das einem deutlich gesagt", sagte Depp in der Aufnahme. Er war nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht angeklagt, weil sich gegen ihn keine belastbaren Indizien finden ließen.

Heards Anwalt Jeremy Kirk sagte, seine Mandantin habe nie absichtlich lügen wollen. Sie sei einfach übermüdet gewesen und habe geglaubt, ihre Assistenten hätten sich um die Einreiseformalitäten für die Tiere gekümmert. Staatsanwalt Peter Callahan entgegnete, Unwissenheit und Müdigkeit seien keine Entschuldigung. "Das Gesetz gilt für jedermann."

Enttarnung beim Hundefrisör-Besuch

Heard hatte die beiden kleinen Tiere im Mai 2015 in einem Privatjet mit nach Australien gebracht, wo Depp den fünften Teil der Piratensaga "Fluch der Karibik" drehte. Dabei soll Heard sich nicht an das vorgeschriebene Verfahren gehalten haben, das das Einschleppen von Seuchen in den Inselstaat Australien verhindern soll.

Heard hatte im sogenannten Terrier-Krieg mit den australischen Behörden zunächst gesagt, sie werde wohl nie wieder auf den fünften Kontinent zurückkehren. Anfang Dezember sagte sie Medienberichten zufolge aber, sie respektiere die australischen Gesetze und bereite sich auf ihre Anhörung vor.

Das Vergehen war zufällig ans Tageslicht gekommen, weil Depp Pistol und Boo zum Hundefrisör gebracht hatte. Landwirtschaftsminister Barnaby Joyce drohte mit der Einschläferung der Hunde, sollten sie nicht umgehend in die USA zurückgebracht werden. Wenige Stunden vor Ablauf eines Ultimatums flogen Boo und Pistol zurück in ihre Heimat.

Aus den USA eingereiste Katzen und Hunde müssen in Australien eigentlich zehn Tage in Quarantäne verbringen, um die Einschleppung von Krankheiten zu verhindern. Der rigorose Umgang der Behörden mit Depps Tieren löste in Australien zugleich Empörung und Belustigung aus.

ulz/AFP/AP



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