Protest kanadischer Ureinwohner Besuch von den Royals? Nein, danke!

Ein wichtiger Vertreter kanadischer Ureinwohner hat ein Treffen mit Kate und William platzen lassen - aus Protest. Noch immer würden Anhänger seines Volkes systematisch benachteiligt.

Darryl Dyck/The Canadian Press via AP

Auf diesen Besuch konnte er verzichten: Einer der einflussreichsten Anführer indigener Ureinwohner in Kanada hat eine Veranstaltung mit Prinz William und Herzogin Kate kurzfristig abgesagt. Bei dem Termin sollte es eine Geste der Versöhnung zwischen den europäischen Siedlern und den Eingeborenen geben - doch genau die geht dem Häuptling zu schleppend voran.

Noch immer würden Ureinwohner Kanadas in Bereichen wie Bildung oder dem Zugang zu Sozialleistungen systematisch benachteiligt, ließ Chief Stewart Phillip, Anführer der Union von Indianer-Häuptlingen in British Columbia, die Veranstalter wissen. Es brauche mehr als ein symbolisches Treffen mit den königlichen Gästen, um diese Missstände aus der Welt zu schaffen.

"Das Leid in unseren Gemeinden ist zu groß", so Philipp. Noch immer werde zu wenig für die Förderung indigener Kinder getan. In Erinnerung an die vermissten indigenen Frauen und Mädchen könne er nicht guten Gewissens an dem Termin teilnehmen. Bei der Entscheidung gehe es ums Prinzip, sie sei nicht als mangelnder Respekt zu verstehen.

Ein Ring zur Versöhnung

Bei der Veranstaltung sollte ein Symbol der britischen Herrschaft als Zeichen der Versöhnung mit den Indigenen modifiziert werden. Der als Black Rod bekannte Stab eines Zeremonienmeisters wird etwa bei formellen Anlässen mit der Queen verwendet. Zu den drei Ringen am Stab, die die britische Krone, Kanada und British Columbia repräsentieren, sollte ein vierter für indigene Völker im Land hinzukommen.

Am Sonntag hatten William und Kate auf ihrer Tour, auf der auch Prinz George und Prinzessin Charlotte dabei sind, mehrere soziale Einrichtungen in Vancouver besucht. In Victoria wurden sie von Ministerpräsident Justin Trudeau und seiner Frau Sophie Grégoire sowie von Tausenden Schaulustigen empfangen.

Am Dienstag ist unter anderem der Besuch einer Universität und in Whitehorse im Yukon im Nordwesten Kanadas geplant. Am Sonntag reisen die Royals wieder ab.

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jal/dpa

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