Kanye West über Donald Trump "Wir sind beide Drachenenergie"

Rapper Kanye West verbrüdert sich mit dem US-Präsidenten Donald Trump - und bekommt dafür ordentlich Gegenwind. Sogar Kim Kardashian widerspricht ihrem Ehemann öffentlich.

AP

"Er ist mein Bruder" - Kanye West hat bei Twitter eine Art Liebeserklärung an Donald Trump veröffentlicht. Dafür bekommt er nun eine Menge Kritik - aber auch Zuspruch, nicht zuletzt vom Präsidenten höchstpersönlich.

West hatte bei Twitter geschrieben, dass man nicht mit Trump einverstanden sein müsse: "Aber der Mob bringt mich nicht dazu, ihn nicht zu lieben. Wir sind beide Drachenenergie. Er ist mein Bruder. Ich liebe jeden. Ich stimme nicht allem zu, was jemand macht. Das ist es, was uns zu Individuen macht. Und wir haben das Recht auf unabhängige Gedanken."

Wenig später postete West ein Foto von Trumps berühmter Baseball-Mütze mit dem Wahlslogan "Make America Great Again", offenbar signiert vom Präsidenten selbst.

Die Tweets erregten die Aufmerksamkeit Trumps und er schrieb zurück: "Danke, Kanye, sehr cool". Auf das Foto mit der Kappe antwortete er mit: "MAGA!", die Abkürzung für seinen Slogan.

Andere waren offenbar weniger erfreut über Wests Begeisterung für den umstrittenen Politiker - selbst Kim Kardashian distanzierte sich auf Twitter vorsichtig von den Äußerungen ihres Ehemannes: "Die meisten Leute (inklusive mir selbst) haben sehr andere Gefühle und Meinungen darüber."

Gleichzeitig sagte sie, dass es sich um Wests Meinung handele und die respektiert sie offenbar: "Ich glaube daran, dass Menschen imstande sind, ihre eigene Meinung zu haben, auch wenn sie sich sehr von meiner unterscheidet." Außerdem hätte West nie gesagt, dass er mit Trumps Politik übereinstimme.

Ihr Mann reagierte darauf mit einem weiteren Tweet: Kardashian habe ihn gebeten, seine Bemerkungen richtigzustellen. "Meine Frau hat mich gerade angerufen und sie wollte, dass ich das allen deutlich mache. Ich bin nicht mit allem einverstanden, was Trump macht. Ich stimme mit niemanden zu 100 Prozent überein außer mit mir selbst."

Auch zahlreiche Musiker-Kollegen reagierten auf Kanyes Tweet - und wahrscheinlich nicht so, wie er sich das gewünscht hatte. John Legend nannte den Rapper zwar nicht namentlich, kritisierte aber ganz allgemein Künstler, die "blind für die Wahrheit" seien. Außerdem schrieb er, die Kampagne Trumps habe auf der Idee der weißen Vorherrschaft beruht. Das dürfe man nicht ignorieren, nur weil einen etwas anderes an dem Politiker anspreche.

Der Musiker Chance the Rapper hingegen sieht Wests Äußerung offenbar weniger kritisch. "Schwarze Menschen müssen keine Demokraten sein", schrieb er bei Twitter.

Besonders klare Worte gegen Wests Trump-Sympathien fand Sänger und DJ Moby, der sich in der Vergangenheit bereits gegen den Präsidenten ausgesprochen hatte:

Er bezeichnete Trump als einen rassistischen Soziopathen und richtete dann eine Bitte direkt an den Rapper: "Bitte, bitte erniedrige dich nicht selbst, indem du Trump unterstützt."

bbr/dpa



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