Kanye West über Taylor Swift "I made that bitch famous"

Kanye West und Taylor Swift - da war doch mal was? Genau, der unverschämte Moment bei der Preisverleihung. Jetzt hat der Rapper so richtig nachgetreten.

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Es ist ein berüchtigter Momente der jüngeren Popgeschichte: Bei den MTV Video Music Awards 2009 stürmte Kanye West die Bühne, als Taylor Swift gerade ihren Preis für das beste Video entgegennahm. Der Rapper unterbrach sie und rief: "Beyoncé hatte eines der besten Videos aller Zeiten! Eines der besten Videos aller Zeiten!" Dann ging er und ließ eine sichtlich irritierte Swift auf der Bühne zurück.

Der Auftritt war so unverschämt, dass sogar Barack Obama sich zu der Bemerkung hinreißen ließ, Kanye West sei ein Idiot. Swift selbst verarbeitete den Zwischenfall in einem Song ("Innocent").

Diese Vorgeschichte muss man kennen, um die Aufregung zu verstehen, die nun nach der Vorstellung von Wests neuem Album entstanden ist.

Für die Präsentation drehte der Rapper das ganz große Rad: Vor 20.000 Personen im Madison Square Garden präsentierte West nicht nur sein Album "The Life of Pablo", sondern auch seine neue "Yeezy"-Klamottenkollektion. Hunderte Statisten und zahlreiche Models, darunter auch Naomi Campbell, nahmen teil. Im Publikum saßen unter anderem Rapper 50 Cent und Wests Frau Kim Kardashian samt dem Rest der Familie. Besonders medienwirksam: Auch Schwager Lamar Odom, früherer Basketballprofi, zeigte sich nach seinem lebensbedrohlichen Absturz in einem Bordell in Las Vegas erstmals wieder in der Öffentlichkeit.

In einem der neuen Songs greift West offenbar auf den Vorfall mit Swift von 2009 zurück. In "Famous" rappt er: "Ich denke, Taylor und ich könnten noch Sex haben / Warum? Ich hab die Bitch berühmt gemacht." ("I made that bitch famous")

Ein Sprecher der Sängerin dementierte Gerüchte, wonach West sich telefonisch das okay von Swift für die Zeile geholt habe. "Kanye hat nicht um Zustimmung gebeten, sondern gefragt, ob Taylor seine Single über ihren Twitter-Account veröffentlicht", sagte der Sprecher zu "People". Die Sängerin habe das abgelehnt und ihn gewarnt, eine so frauenfeindliche Botschaft zu verbreiten. "Taylor wurde nie über den genauen Wortlaut informiert."

Fest steht: West weiß, wie man Wirbel macht. Seit Wochen trommelt er für das Album. Empörung löste er kürzlich auch aus, als er auf Twitter behauptete, Bill Cosby, dem zahlreiche Frauen sexuellen Missbrauch vorwerfen, sei unschuldig.

Die Aufregung um das Album dürfte ihm Recht sein. Schon in der Vergangenheit hatte er den Hype um neue Veröffentlichungen mit teilweise inszenierten Geschichten angeheizt.

Die Textstelle verfehlte ihre Wirkung jedenfalls nicht: Model Gigi Hadid, eine Freundin von Kendall Jenner und damit Teil des Clans um die Kardashian-Familie, zeigte sich bereits solidarisch mit ihrer Freundin Taylor Swift. "Dass ich irgendwo teilnehme, heißt nicht, dass ich allem zustimme, was in der dort gespielten Musik gesagt wird. Meine Freunde kennen meine Loyalität", schrieb Hadid auf Twitter.

Taylor Swifts Bruder zeigte in einem Video auf Instagram, wie er ein paar "Yeezy"-Turnschuhe in den Müll schmeißt.

hut/dpa

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