Kardashian-Boykott: Kulturkampf gegen Kim

Sie zerstöre die amerikanische Kultur, es müsse Schluss sein mit der Schande: Aktivisten sammeln in den USA Unterschriften gegen den allgegenwärtigen Soap-Star Kim Kardashian. Anfangs richtete sich der Protest gegen einen TV-Sender - nun geht es gegen das gesamte Kardashian-Imperium.

Boykottaufruf im Internet: Kim Kardashian, die Kulturzerstörerin Fotos
DPA

Los Angeles - Gerade versammelte sich die ganze Kardashian-Familie für ein Familienporträt, das nun als Weihnachtskarte um die Welt geht. Mit dabei ist natürlich auch das 31-jährige Model Kim Kardashian, die das Foto eifrig in den sozialen Netzwerken postete und auf Facebook sogar in 3D anbot.

Die Kardashians, vor allem Kim, sind überall, so scheint es. Mit der Reality-Soap "Keeping Up with the Kardashians" wurden Kim, ihre Mutter, Stiefvater Bruce Jenner sowie ihre Geschwister und Halbgeschwister Kourtney, Khloé, Robert, Kendall und Kylie einst berühmt. Und sie machten was draus. Zielstrebig, omnipräsent und beharrlich drängten sie in die Medien, versuchten Geld aus der anfänglich kurzen Phase des Ruhms zu ziehen.

Doch genau das sorgt für Unmut. Auf der Seite boycottkim.com rufen verärgerte Aktivisten zum Boykott des Reality-Sternchens auf. Die Kampagne war unter dem Titel "No more Kardashian"Anfang November gestartet, sie richtete sich zunächst gegen den TV-Sender E!, der die Soap aus dem Programm nehmen sollte.

Schluss mit dem Kulturverfall

Doch nun geht es nicht mehr nur gegen den Sender, die Aktivisten wollen mehr. Opportunisten wie Kardashian habe es immer gegeben, heißt es auf deren Seite. Doch niemandem aus dem Show-Business sei es bisher gelungen, ein Geschäftsmodel zu entwickeln, das so sehr den traditionellen amerikanischen Werten widerspreche, "die amerikanische Kultur so zu zerstören".

Mit Hilfe einer ganzen Armee von Sprechern, Managern und dem Rest des "Kim Kardashian Klans (KKK)" vermarkte sich Kim ohne Unterlass und werde dabei immer reicher. Es sei an der Zeit, dem Gebaren der Dame Einhalt zu gebieten. Auf der Seite ist unter anderem eine Liste der zu boykottierenden Unternehmen zu finden, mit denen Kardashian in Kontakt steht.

Die Unterzeichner werden gebeten, niemals in Läden einzukaufen, die Produkte der Kardashians vertreiben - und auf keinen Fall TV-Shows, Filme oder Videos zu schauen, in denen Kim mitwirkt. Mit den Schwestern Khloé und Kourtney führt die 31-Jährige die Modekette D-A-S-H und brachte die "Kardashian Kollection" auf den Markt.

Aktivisten hoffen auf 350.000 Unterstützer

Bei der Illustration ihres Protests schrecken die Macher auch nicht vor deutlichen Bildern zurück. An der "Kardashian Wall of Shame", einer Online-Schandmauer, stellen sie das Foto eines hungernden Kindes dem einer partygeilen Kardashian gegenüber, die angeblich 400.000 Dollar für Champagner ausgab, der auf ihrer mit viel Pomp für das Fernsehen inszenierten Hochzeit ausgeschenkt wurde.

"Damit hätte Kim 14.285 Kinder retten können", so der Kommentar. Kardashian hatte den Basketballspieler Kris Humphries im August geheiratet und sich nach nur 72 Tagen wieder scheiden lassen, was ihr den Vorwurf eintrug, die Ehe sei nur ein PR-Gag gewesen.

Offenbar scheint der Kardashian-Protest den Nerv der Zeit zu treffen: Mehr als 277.500 Menschen sollen die Petition bereits unterschrieben haben. Am 2. November war der Boykottaufruf online gegangen - zunächst auf "Go Petition.com". Nachdem 180.000 Stimmen eingefangen worden waren, zog die Seite auf die neue Adresse boycottkim.com um.

Der aus Kalifornien stammenden Mitbegründer der Aktion sagte den "New York Daily News", dass man kurzfristig auf 350.000 Unterschriften hoffe, langfristig aber nur eine Petition mit einer halben Million Unterstützern große Unternehmen wie der Einzelhändler Sears dazu bringen könnten, ihre Verträge mit Kim Kardashian zu überdenken. Sears, der in Kalifornien ansässige Schuhhändler Skechers und der Homeshopping-Kanal QVC gehören zu den größten Sponsoren von Kardashian.

ala

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