Ermittlungen in Frankreich Karl Lagerfeld weist Steuerbetrug von sich

Karl Lagerfeld soll laut einem Medienbericht in Frankreich mehr als 20 Millionen Euro Steuern hinterzogen haben. Die Behörden ermitteln, der Modezar gibt sich gelassen: "Ich habe nichts zu befürchten."

Karl Lagerfeld bei den British Fashion Awards 2015: Im Visier der Steuerfahnder
AFP

Karl Lagerfeld bei den British Fashion Awards 2015: Im Visier der Steuerfahnder


Karl Lagerfeld soll einem Medienbericht zufolge mehr als 20 Millionen Euro am französischen Fiskus vorbeigeschleust haben. Diese Summe sei in den vergangenen sechs Jahren zusammengekommen, berichtete das französische Magazin "L'Express" am Mittwoch.

Eine Sprecherin des Modemachers bestätigte der Nachrichtenagentur AP bislang lediglich, dass es eine zu klärende Steuerangelegenheit gebe, ließ aber offen, um was es geht. Nun hat sich der deutsche Designer selbst zu den Vorwürfen geäußert.

"Ich habe nichts zu befürchten und bin nicht mal auf dem Laufenden", sagte der Kreativdirektor des französischen Modehauses Chanel der "Welt". Es handele sich um eine "alte Ermittlung. Sollte es aus irgendeinem Grund etwas nachzuzahlen geben, dann wird das geschehen." Er zahle "ohnehin jedes Jahr viele Millionen Steuern".

Laut "L'Express" soll im Jahr 2013 Lagerfelds Buchhandlung "7L" überprüft worden sein, für die wegen eines Defizits von 6,6 Millionen Euro keine Steuern gezahlt worden seien. Zu der Buchhandlung gehöre auch ein Fotostudio mit Sitz in London, von da aus gebe es wiederum Verbindungen unter anderem nach Irland, das in der EU wegen Steuerdumpings in der Kritik steht, und zu den als Steueroase geltenden Virgin Islands.

gam/AFP/AP

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insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
h.hass 07.01.2016
1.
Weist Karl wirklich den Steuerbetrug von sich? Oder wirft er nicht viel mehr den Vorwurf des Steuerbetrugs von sich?
suelzer 07.01.2016
2.
Angesichts all der Probleme der Welt soll man ihn verknacken, auf Heller und Pfennig diese Steuern nachzuzahlen. Aber er ist prominent, da kuschen Die Behörden sicherlich. Aber Respekt an SPON für die Auswahl des Fotos: das ist genial. Er schaut auf dem Bild, als ob man ihm rektal eine Tube Bauschaum reingerammt hat.
SpitzensteuersatzZahler 07.01.2016
3.
Zitat von suelzerAngesichts all der Probleme der Welt soll man ihn verknacken, auf Heller und Pfennig diese Steuern nachzuzahlen. Aber er ist prominent, da kuschen Die Behörden sicherlich. Aber Respekt an SPON für die Auswahl des Fotos: das ist genial. Er schaut auf dem Bild, als ob man ihm rektal eine Tube Bauschaum reingerammt hat.
Was sind Sie denn für ein (homophober?) Stammtischschwätzer? Woher haben Sie die Infos, dass das stimmt? Wenn ich Ihnen sowas vorwerfe - stimmt das dann auch? Abgesehen davon wird bei jeder Betriebsprüfung irgendwas von diesen Erbsenzählern gefunden und aufgeplustert. Erstmal abwarten...
Gaztelupe 07.01.2016
4.
Der Geschwindigkeit nach, in der der Karl normalerweise sabbelt, hat sein Kommentar schätzungsweise 3 Milisekunden gedauert.
hevopi 08.01.2016
5. Wann endlich begreift die EU,
dass das eigentliche Problem die Steuergesetzgebung ist. Allein der Begriff "Steueroase" zeigt doch, dass die Länder, die von Steuerbetrügern und den Beratern, die sogenannte Steuerlücken nutzen, zu blöd sind, um durch die Reaktion und erforderliche Gesetze solche Betrügereien zu verhindern. Steueroasen=Maffia pur, Steuerhinterziehung=normales Gangstertum, Gesetzesverhinderer=unfähige Vollidioten.
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