Flüchtlingspolitik Karl Lagerfeld "hasst" die Bundeskanzlerin

Angela Merkels Entscheidung von 2015, die Grenzen für Flüchtlinge zu öffnen, habe der AfD in den Bundestag verholfen, sagt der Modeschöpfer. Nun erwägt er, seinen deutschen Pass abzugeben.

Karl Lagerfeld
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Karl Lagerfeld hat sich wieder einmal mit drastischen Worten über Angela Merkel geäußert: Für ihre Flüchtlingspolitik "hasst" der Modeschöpfer die Bundeskanzlerin, wie er der französischen Zeitschrift "Le Point" sagte. Merkel habe mit ihrer angeblichen Entscheidung, "eine Million Zuwanderer" in Deutschland aufzunehmen, der AfD bei den Wahlen im vergangenen Jahr den Weg in den Bundestag geebnet. Nun säßen "100 dieser Neonazis im Parlament", weil Merkel die deutsche Geschichte "vergessen" habe.

Die Kanzlerin habe bei ihrer Flüchtlingspolitik ein "gutes Bild" abgeben wollen, sagte er. Als "Pastoren-Tochter" ertrage Merkel die Verbrechen der Nazis nicht. "Das Paradoxe daran ist, dass Merkel das Böse an die Macht befördert, während sie es reparieren will."

Nicht die erste islamfeindliche Äußerung Lagerfelds

"Wenn das weitergeht, gebe ich die deutsche Staatsangehörigkeit auf", sagte der seit 1952 in Paris lebende Lagerfeld. Allerdings wolle er auch kein Franzose werden. Er möge Nationen nicht und fühle sich als Kosmopolit - und "hanseatisch", fügte der in Hamburg geborene Chanel-Chefdesigner hinzu.

Bereits im November hatte sich Lagerfeld im französischen Fernsehsender C8 ablehnend über die Zuwanderung von Muslimen geäußert. Nach dem Mord von Nazideutschland an Millionen Juden könne die Bundesregierung heute nicht "Millionen der schlimmsten Feinde" der Juden ins Land holen. Die Äußerung sorgte für massive Kritik. Bislang hatte Lagerfeld aber nicht bekundet, seinen deutschen Pass abgeben zu wollen.

pbe/AFP



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