Karl Lagerfeld gegen Tierschützer Das bisschen Pelz, no?

Karl Lagerfeld hat sich offiziell noch nie etwas sagen lassen, schon gar nicht, wenn es um Mode geht. In einem Interview erklärt er seine Liebe zu Pelz - und warum er im Sommer sogar eine Pelz-Sonderkollektion entwerfen wird.

AP

New York - Seit 50 Jahren ist Karl Lagerfeld der kreative Kopf hinter Fendi, dem italienischen Luxus-Label für Accessoires. In Zeiten, in denen echte Pelzjacken sich den Farbbeuteln gebeugt haben und kaum noch im Alltag zu sehen sind, wagt sich der Modezar bei den kommenden Schauen in Paris für Fendi mit einer "Haute Fourrure" vor - einer maßgeschneiderten Kollektion mit Pelz.

Pelz in Zeiten organischer Jutebeutel - so großspurig ist nur Lagerfeld. Kritik lässt den Designer vollkommen kalt. "So lange die Menschen Fleisch essen und Leder tragen, verstehe ich die Botschaft einfach nicht", sagte er der "New York Times". Es sei sehr einfach zu sagen, dass man gegen Pelz sei. Aber dahinter stecke ja eine ganze Industrie. Kein Pelz hieße auch: keine Arbeitsplätze.

Besonders einleuchtend das Beispiel, das er zu dem Thema Pelzbeschaffung gibt: In nördlichen Ländern könne man kaum einer anderen Tätigkeit nachgehen, als Zobel zu jagen.

Er habe durchaus Mitgefühl für die Tiere, die auf schreckliche Weise getötet würden, gibt er weiter zu Protokoll. Aber in dem Bereich habe sich ja einiges geändert. "Beim Schlachter ist es doch viel schlimmer. Es ist als ob man einen Mord besucht. Es ist schrecklich, no?" Er ziehe es vor, von solchen Abläufen nichts mitzubekommen.

Bei so viel demonstrativer Pelzliebe ließ die Kritik der Tierschützer nicht lange auf sich warten. Die Chefin der britischen Peta-Organisation sagte dem "Independent", Fendis Kollektion sei beschämend. Karl Lagerfeld zöge sich an wie ein Bestatter und genieße es, Leichen in seinen Kollektionen zu zeigen.

Das dürfte den Modepapst wenig beeindrucken. "Es gibt nicht viele Leute, deren Meinung mir wichtig ist", sagte er der "New York Times". Dass Lagerfeld seine Position noch einmal ändert, ist fraglich. Seit einem halben Jahrhundert ist Lagerfeld nun bei Fendi. Und da weiß er genau, was von ihm erwartet wird: "Pelz ist Fendi und Fendi ist Pelz."

gam

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 85 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
alyeska 05.03.2015
1. Lagerfeld geht über Leichen
Er ignoriert die Welt und die Welt sollte ihn ignorieren. Er ist überflüssig wie ein Kropf.
team_frusciante 05.03.2015
2. ...
Es gibt auch Gegenden in der Welt, in denen man nun mal kaum andere Arbeit findet als Drogen zu verkaufen. Mord sollte im übrigen auch legalisiert werden, dahinter steckt auch ein ganzer Industriezweig. Wer will schon einen Haufen arbeitsloser Auftragskiller?
lokisflatmate 05.03.2015
3. Lagerfeld war immer schon ein Blödmann …
Daran ändert sein Pferdeschwanz auch nix. "In nördlichen Ländern könne man kaum einer anderen Tätigkeit nachgehen, als Zobel zu jagen." Genau. Er macht das nur, um die Arbeitsplätze der armen Zobeljäger zu erhalten.
UnitedEurope 05.03.2015
4.
Naja, man muss ehrlicherweise sagen, dass er nicht ganz unrecht hat. Wenn es keine seltenen Tiere sind, diese nicht grausam behandelt werden und ihr Fleisch etc. auch verwendet wird, spricht ehrlich gesagt nicht viel dagegen. Ob es jetzt jedermanns Sache ist, muss natürlich jeder für sich entscheiden. Aber ganz so eindeutig, wie manchmal von Peta und Co. dargestellt, ist es tatsächlich nicht.
1besserwisser1 05.03.2015
5.
Es ist nichts gegen einen Pelz von einer Massenart einzuwenden. Natürlich kein Tiger, Leo oder Löwe. Dieses zynische Getue von Peta und co. Es ist natürlich Pelz zu tragen und niemand sollte es jemandem verbieten dürfen. Jeder Mensch ist frei und darf alles tun was nicht gegen die Pharagraphen des GG verstößt. Damit würde Peta gegen Menschenrechte verstoßen, wenn sie Farbbeutel werfen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.