Karlie Kloss' umstrittenes Fotoshooting Mal wieder sorry

Ein weißes Model stellt eine Geisha dar. Muss das sein? Nein, findet selbst Karlie Kloss, die zur Asiatin umgestylt worden war - und entschuldigt sich. Ein ähnliches Sorry gab es von ihr schon einmal.

Getty Images

Wie feiert eine Modezeitschrift Vielfalt am besten? Indem sie ein weißes Model aus den USA zur Asiatin umschminkt. So geschehen für die März-Ausgabe der "Vogue". Darin ist Karlie Kloss als japanische Geisha zu sehen, mit langer schwarzer Perücke und in passender Kleidung. Ein Foto zeigt sie mit einem Sumoringer.

Fotograf Mikael Jansson zeigte auf seiner Instagram-Seite die geschminkte Kloss in einem Wasserbecken, Hashtags unter anderem: #karliekloss und #voguemagazine.

Wenn man sich der Vielfalt verschreibt - wäre es dann nicht besser gewesen, einfach ein japanisches Model zu nehmen? Diesen naheliegende Gedanken hatten viele Leser, als sie die Fotos sahen. Die "Vogue" kam in ihren Kommentaren nicht gut weg, Tenor: Es sei unglaublich und traurig, dass so etwas im Jahr 2017 immer noch vorkomme.

Es dauerte nicht lange und Kloss setzte den obligatorischen "Tut mir leid"-Tweet ab. "Diese Bilder machen sich eine Kultur zu eigen, die nicht die meine ist und es tut mir wirklich leid, an einem Fotoshooting teilgenommen zu haben, das kulturell unsensibel war", schrieb Kloss. Sie wolle Frauen stärken und inspirieren. Sie werde sicherstellen, dass künftige Shootings und Projekte dieser Mission gerecht würden.

Nun ja. Es fällt schwer, an reine Unachtsamkeit und Gedankenlosigkeit zu glauben. Denn das Ganze dürfte manchen Beobachtern wie ein Déjà-vu vorgekommen sein. Es ist erst ein paar Jahre her, da ging Kloss bei der Fashionshow von Victoria's Secret mit einer Kopfbedeckung auf den Laufsteg, der dem Federschmuck nordamerikanischer Ureinwohner nachempfunden war. Kloss entschuldigte sich, twitterte, es tue ihr sehr leid, falls sie durch den Kopfschmuck jemanden verletzt habe.

Der Lerneffekt nach der damaligen Episode war offenbar überschaubar. Dabei ist Yellowfacing - die Darstellung asiatischer Menschen durch weiße Personen - kein neues Thema. Auch an Filmen wie "The Great Wall", in dem Matt Damon die Hauptrolle spielt, oder "Ghost in the Shell" mit Scarlet Johansson gab es Kritik an der Besetzung, Rassismusvorwürfe wurden laut.

ulz



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