"Irish Daily Star" Medienmogul will wegen Kate-Fotos aussteigen

Die irische Boulevardzeitung "Irish Daily Star" hat die umstrittenen Oben-ohne-Fotos der Herzogin von Cambridge veröffentlicht und damit ihre Existenz aufs Spiel gesetzt: Ein britischer Miteigentümer des Blattes kündigte an, die Beteiligung zu beenden.


Hamburg - "Sie ist nicht unsere zukünftige Königin", sagte der Chefredakteur des in Dublin erscheinenden "Irish Daily Star", Mike O'Kane, der BBC und verteidigte damit seine Entscheidung, die umstrittenen Oben-ohne-Fotos von Prinz Williams Frau Kate veröffentlicht zu haben. "Die Bilder der Herzogin sind für uns nichts anderes als andere Promi-Bilder, die wir bekommen - etwa von Rihanna oder Lady Gaga", so O'Kane. Zudem sei das Paar von einer öffentlichen Straße aus zu sehen gewesen.

Die eher unscharfen Fotos kann man auf einer Doppelseite im Inneren des Blattes begutachten. Der BBC sagte O'Kane, in der Nordirland-Ausgabe seien sie nicht gebracht worden, weil Nordirland zum Vereinigten Königreich gehört.

Beträchtliche Konsequenzen hat die Publikation dennoch: Ein britischer Miteigentümer des "Irish Daily Star", das Unternehmen Northern and Shell, äußerte "völlige Bestürzung" über die Veröffentlichung und kündigte an, die Beteiligung zu beenden.

Britische Zeitungen haben von einer Veröffentlichung aus Rücksicht auf die Königsfamilie abgesehen.

Die irische Boulevardzeitung kam mit der Veröffentlichung einer Zeitung des früheren italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi zuvor. Diese wollte am Sonntag mit den heimlich von einem Paparazzo in Frankreich geschossenen Aufnahmen herauskommen.

26 Seiten Kate - verwackelt, unscharf, aber oben ohne

Beide Zeitungen ignorieren damit Drohungen des britischen Königshauses, mit allen juristischen Mitteln gegen die Veröffentlichung der Bilder vorzugehen, die William und Kate in einem privaten Landsitz in Frankreich zeigen. Der Herzog und die Herzogin von Cambridge verklagten bereits das französische Magazin "Closer", das als erstes die Fotos druckte. In Italien will das Klatschblatt "Chi" die Oben-ohne-Fotos von Kate veröffentlichen.

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14  Bilder
Kates Oben-ohne-Fotos: Gefundenes Fressen für die Klatschblätter
"Chi" erklärte am Samstag, für die am Montag erscheinende Ausgabe sei eine 26-seitige Fotogeschichte geplant. Das Titelbild war am Samstag unter der Schlagzeile "Die Königin ist nackt" in italienischen Zeitungen und im Fernsehen zu sehen. "Chi"-Chefredakteur Alfonso Signorini zeigte sich im Interview mit der Nachrichtenagentur AP zuversichtlich, dass es keine juristischen Schritte gegen sein Magazin geben werde. Die Fotos seien geschmackvoll und schadeten Kates Image nicht, sagte Signorini. "Chi" gehört wie "Closer" dem Verlag Mondadori.

Die Fotos wurden dem britischen Rundfunksender BBC zufolge auf dem Balkon des Feriendomizils des Neffens der Queen, Lord David Linley, im beliebten Urlaubsgebiet Luberon aufgenommen.

Die Debatte um die Fotos platzte mitten in einen Aufenthalt von William und Catherine in Malaysia. Die Reise durch mehrere Commonwealth-Staaten findet anlässlich des 60. Thronjubiläums von Queen Elizabeth II. statt.

Ungeachtet des Skandals besuchte das royale Paar in Malaysia einen der letzten noch unberührten Regenwälder der Welt. Auf dem Programm standen zudem der Besuch eines Forschungslabors und ein Gang über einen Baumkronenpfad. Am Sonntag reiste das Paar zu den Salomon-Inseln. Zudem steht noch ein Besuch des Inselstaats Tuvalu auf dem Programm - bis zum 19. September werden die beiden unterwegs sein.

jjc/dapd



insgesamt 49 Beiträge
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spon-facebook-10000281180 16.09.2012
1. Spannerfotos
Man sollte die Fotos beim Namen nennen. Es ist etwas anders wenn ein Einverständnis vorliegt und die Fotos künstlerisch aufgenommen werden. Aber so erkennt man das Taktgefühl der Herausgeber.
Herb_G 16.09.2012
2. Wenn
die Monarchie wünscht, dass ihre Busen nicht photografiert werden sollen, muss Sie einfach nur ihre Privilegien und Pfründe aufgeben. Schon ist Sie so uninteressant wie jeder andere Otto Normalbürger. Es wäre aber irgendwie durchaus stimmig, wenn die Monarchie durch erstreiten der Persönlichkeitsrechte dabei hilft, die Pressfreiheit zu regulieren. Sozusagen ein schöner Abgang.
janne2109 16.09.2012
3. ?
na dann wollen wir mal hoffen, dass er es wirklich tut
mischpot 16.09.2012
4. Die Aufregung nicht wert
ein paar oben Ohne Fotos, wen interessiert das noch? Das Internet ist voll von oben ohne Fotos!
suppenkoch 16.09.2012
5.
Es sind Paparazzi-Fotos, wie sie von jeder anderen in der Öffentlichkeit stehenden Person auch hätten geschossen werden können - und diese wären dann auch abgedruckt worden. Von daher verstehe ich die ganze Aufregung nicht. Ich meine, die Frau ist nicht mal Königin, sondern voraussichtlich eine zukünftige Königs-Gemahlin.
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