Kaulitz-Brüder Kaserne statt Tokio Hotel?

Bill und Tom Kaulitz, Zwillingsbrüder und Stars der Teenie-Band Tokio Hotel, haben Post von der Bundeswehr bekommen: einen Fragebogen zur Musterung. Laut "Bild"-Zeitung zeigten sich die Zwillinge aber nicht sehr kooperativ.


Hamburg - Die Schlagzeile der "Bild"-Zeitung klingt beunruhigend: "Bundeswehr jagt Zwillinge von Tokio Hotel". Nein, es geht nicht um einen vom Parlament nicht gebilligten Kampfeinsatz der Bundeswehr. Vielmehr will das Militär die Zwillingsbrüder der Band, Bill und Tom Kaulitz, 17, nach Angaben der Zeitung in seinen Reihen sehen. Die beiden hätten einen Bescheid des Kreiswehrersatzamtes Hamburg bekommen. Weder die Plattenfirma der Band, Universal Music, noch das Management wollten zu dem "Bild"-Bericht Stellung nehmen, wie ein Universal-Sprecher SPIEGEL ONLINE sagte.

Tom und Bill Kaulitz: Lieblinge aller Kinder
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Tom und Bill Kaulitz: Lieblinge aller Kinder

Eine Sprecherin der Wehrbereichsverwaltung Nord in Hannover bestätigte heute, dass die beiden den Fragebogen bekommen hätten. Ein Musterungsverfahren sei aber noch nicht eingeleitet worden.

Als das Formular nicht ausgefüllt worden sei, flatterte der Zeitung zufolge erneut Post aus dem Kreiswehrersatzamt ins Hause Kaulitz. "Bitte beachten Sie, dass die Verweigerung der erbetenen Auskünfte als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße geahndet werden kann", hieß es darin laut "Bild".

Ein solches Schreiben erhalte man für gewöhnlich erst nach zweimaligem Ignorieren eines Musterungsbescheids, hatte die Sprecherin der Wehrbereichsverwaltung SPIEGEL ONLINE zunächst gesagt. Demnach wären die Kaulitz-Brüder bereits zur Musterung geladen worden, dort aber nicht erschienen.

Die Zeitung gibt sich besorgt. Unabhängig von dem Ergebnis einer Musterung - eingezogen werden könnten die Zwillinge ab ihrem 18. Geburtstag am 1. September - wird schon über ein Ende der Boygroup spekuliert. "Wird ihre bevorstehende Tournee ihre letzte sein? Werden sie überhaupt je wieder eine Platte aufnehmen?" Und damit nicht genug: Bei der Bundeswehr würde die extravaganten Teenager noch mehr Ungemach erwarten. Sie müssten ihre Haare abschneiden ("Sie dürfen nicht über die Ohren reichen"), sich von ihren Piercings trennen und dürften sich weder schminken, noch die Nägel lackieren.

Bliebe also nur noch eines für die Zwillinge, wenn sie wenigstens Haarpracht und Piercings retten wollen: den Kriegsdienst zu verweigern.

dab/jus



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