Keks-Diebstahl "Hihi, wir sind das Krümelmonster"

Bekennerinterview in der Keks-Affäre: Vier selbst ernannte "Krümelmonster" in Sturmhauben und Sonnenbrillen haben im Fernsehen über ihre angebliche Tat gesprochen. Reue zeigen sie nicht: Die Menschen hätten sich doch "überall darüber kaputtgelacht".

DPA/ Polizei Hannover

Köln - Nach dem spektakulären Keks-Klau in Hannover behaupten drei Männer und eine Frau, das für den Diebstahl verantwortliche "Krümelmonster" zu sein. Die Gruppe gab am Donnerstagabend dem Fernsehsender RTL ein Interview. Zum Beweis legten sie den angeblichen Original-Erpresserbrief und ein angebliches Video der Tat vor: "Hihi, wir sind das Krümelmonster", sagte einer von ihnen.

Alle waren beim Interview mit Sturmhauben und Sonnenbrillen maskiert, einer trug ein blaues "Krümelmonster"-Kostüm. Reue zeigte das Quartett nicht: "Eigentlich sollten sich eine ganze Menge Leute darüber freuen, dass es so passiert ist, denn eigentlich haben alle dabei gewonnen." Die Menschen hätten sich doch "überall darüber kaputtgelacht".

An die Adresse des bestohlenen Unternehmenschef Werner Michael Bahlsen sagte einer der Unbekannten: "Ich hoffe, Sie nehmen uns das nicht übel. Wir haben Ihren Keks wirklich gut behandelt und wir machen sowas in Zukunft auch nicht mehr bei Ihnen."

"Es ist wie ein riesiges Spielzeug"

Das Verschwinden des Kekses war am 21. Januar bemerkt worden, am 5. Februar war er wieder aufgetaucht. Die Rückgabe des Bahlsen-Wahrzeichens war an eine Spendenaktion geknüpft. Bahlsen will Kekse an gemeinnützige Einrichtungen verteilen. Der Coup machte international Schlagzeilen.

Nicht nur den Ruhm genossen die selbst erklärten "Krümelmonster". Auch das Corpus Delicti selbst faszinierte sie: "Es ist wie ein riesiges Spielzeug, das glänzt, und so etwas will man einfach haben, weil es so schön ist."

Angst vor der Polizei haben die Keks-Diebe nicht: "Ich glaube nicht, dass wir dafür ins Gefängnis gehen", sagte einer der vermummten Bekenner. "Vielleicht gibt es eine Geldstrafe oder gemeinnützige Arbeit. Da stelle ich mich dann gerne im Krümelmonsterkostüm hin und verteile Kekse." Die Polizei prüfe den Fernsehbeitrag, sagte ein Sprecher.

ade/dpa



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insgesamt 75 Beiträge
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Seite 1
galder_wetterwachs 14.02.2013
1. Gutes tun
und sei es Kekse spenden - Täte vielen grossen deutschen Konzernen mal ganz gut. Ist auch steuerlich absetzbar ; )
i.v. 14.02.2013
2. na dann
wenn das alles so witzig ist, Diebstahl und Erpressung, dann zeigt doch euer Gesicht! Dafür dann auch gerade zu stehen, DAS wär cool!
timofuegoii 14.02.2013
3. Pr
Dieser Keksklau war an sich ein Riesenerfolg von Bahlsen... Ein Schelm wer böses denkt und nur daran denkt, dass diese ganze Entführung alles nur "Show" war. Für so eine PR hätte die Firma einiges an Geld auf den Tisch legen müssen. Mich würde interessieren ob und wie die Verkaufszahlen nach oben gegangen sind.
verhetzungsschutz 14.02.2013
4. 52 Punkte!
Zitat von sysopDPA/ Polizei HannoverBekennerinterview in der Keks-Affäre: Vier selbst ernannte "Krümelmonster" in Sturmhauben und Sonnenbrillen haben im Fernsehen über ihre angebliche Tat gesprochen. Reue zeigen sie nicht: Die Menschen hätten sich doch "überall darüber kaputtgelacht". http://www.spiegel.de/panorama/leute/keks-diebstahl-diebe-des-goldenen-bahlsen-keks-geben-interview-a-883511.html
Wahnsinnig cool, dieser systemsprengende und persönlich lebensgefährliche Einsatz für ein besseres Plätzchen in dieser kaputten Welt. Wollen wir hoffen, daß eine große Fangemeinde mit ihren Web-Cookies ihr tieferes Verständnis für dieses großartige, soziale Engagament bekundet. Selbst nach großen Philosphen wie Eckart von Hirschhaufen ist dieses Land noch weit davon entfernt, kaputtgelacht zu werden. Oder es hat nuhr bisher niemand gemerkelt.
gesellschaftswandel 14.02.2013
5. @i.v.
Gott wie ich Leute hasse die sich uns ihre Umwelt nur aus der pessimistischen Sicht sehen. Warum haben sie den Artikel eigentlich gelesen? Bestimmt weil sie hofften das diesen miesen Verbrechern das Handwerk gelegt wird.
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