Großbritannien Die "Kevin-Spacey-Stiftung" macht dicht

Künstler sollten gefördert, Mentoren vermittelt werden: Mit diesem Ziel hatte Kevin Spacey eine Stiftung in Großbritannien gegründet. Nach den Vorwürfen gegen den Schauspieler schließt die Einrichtung.

Kevin Spacey (Juni 2016)
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Kevin Spacey (Juni 2016)


Die britische "Kevin-Spacey-Stiftung" hat ihre Arbeit eingestellt. Hintergrund sind die zahlreichen Vorwürfe der sexuellen Belästigung und des Übergriffs, die in den vergangenen Wochen und Monaten gegen den Schauspieler erhoben wurden.

Die Verwalter seien zu dem Schluss gekommen, dass die Arbeit der Stiftung nicht länger zu realisieren sei, heißt es auf der Website. Deshalb werde die Arbeit am 28. Februar 2018 eingestellt. Man bedanke sich bei allen Partnern und Künstlern für die Zusammenarbeit und hoffe, dass andere Organisationen die Arbeit der Stiftung fortsetzten.

Kevin Spacey ist US-Amerikaner, er hat aber enge Bindungen nach Großbritannien. Er arbeitete elf Jahre lang als künstlerischer Leiter am Londoner Old Vic Theater. Im vergangenen November gab das Theater bekannt, dass 20 Personen Spacey "unangemessenes Verhalten" vorwerfen. Die Polizei in London teilte im Januar mit, sie untersuche drei Vorwürfe der sexuellen Belästigung, die gegen den Schauspieler erhoben worden seien.

Als Spacey die Stiftung gegründet hatte, ging es ihm eigenen Angaben zufolge darum, Nachwuchstalente zu fördern - so wie er einst von dem Schauspieler Jack Lemmon gefördert wurde. Spacey nannte ihn auf der Homepage der Stiftung einen "großen Mentor in meinem Leben". In der Selbstbeschreibung der Stiftung, die Spacey unterzeichnete, heißt es: "Wir entdecken, finanzieren und co-produzieren transatlantische Musik-, Tanz-, Theater- und Filmprojekte."

Wegen der Vorwürfe gegen Spacey hatte der Streamingdienst Netflix bereits die Zusammenarbeit mit dem zweifachen Oscarpreisträger aufgekündigt, er wird bei der sechsten Staffel der Erfolgsserie "House of Cards" nicht mehr dabei sein. Starregisseur Ridley Scott schnitt Spacey aus seinem jüngsten Film "Alles Geld der Welt" heraus.

aar/AP

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