Todeskandidat in Kalifornien Kim Kardashian appelliert an Gouverneur

Erst half sie einer zu lebenslanger Haft verurteilten Frau, nun unterstützt sie einen Todeskandidaten: Kim Kardashian engagiert sich zunehmend politisch. In einem Interview sprach sie über ihre Ambitionen.

AP

Kim Kardashian hat sich in den Fall eines Mannes eingeschaltet, der im US-Bundesstaat Kalifornien in der Todeszelle sitzt. Kevin Cooper soll wegen vierfachen Mordes hingerichtet werden, allerdings gibt es erhebliche Zweifel an seiner Schuld. Er bestreitet, die Tat begangen zu haben. Zahlreiche Personen - darunter ein Kolumnist der "New York Times" - halten den Fall Cooper für ein drastisches Beispiel der Systemfehler innerhalb der US-Justiz.

Wie die Zeitung berichtet, kritisieren selbst Richter und andere Experten den Prozess gegen den Mann. Ermittlern wird vorgeworfen, Beweise manipuliert zu haben. Zudem hat der einzige Überlebende ausgesagt, die Täter seien drei oder vier weiße Männer gewesen - Cooper ist Afroamerikaner. "Wir sagen nicht, lasst Kevin jetzt aus dem Gefängnis frei, wir sagen nicht, begnadigt ihn", sagt sein Anwalt Norman Hile. "Wir sagen, lasst uns herausfinden, ob er unschuldig ist."

Diesen Appell unterstützt Kardashian. Auf Twitter bat sie Kaliforniens Gouverneur Jerry Brown, er solle veranlassen, dass Coopers DNA getestet werde.

Auf einem T-Shirt, das der Täter getragen haben soll, waren Blutspuren gefunden worden. Angeblich stammen sie von Cooper. Es besteht jedoch der begründete Verdacht, dass das Blut dort platziert wurde, um ihn zu belasten. Coopers Blut soll laut "New York Times" demnach aus einer polizeilichen Blutprobe entnommen worden sein. Um dies zu verschleiern, soll die Ampulle demnach mit dem Blut einer anderen Person aufgefüllt worden sein - eine Überprüfung der Probe habe ergeben, dass sie Blut von mindestens zwei Personen enthielt.

Brown hat sich noch nicht entschieden. Kardashians Engagement hat in einem anderen Fall allerdings schon funktioniert: Kardashian setzte sich bei Präsident Donald Trump dafür ein, die lebenslange Haftstrafe einer Frau zu verkürzen. Trump tat das - nach 21 Jahren kam Alice Johnson frei und traf sich auch mit ihrer prominenten Unterstützerin.

Derart viel politisches Engagement ist für Kardashian eher ungewöhnlich. Arbeitet sie am nächsten Karriereschritt? So weit wollte Kardashian nicht gehen, als sie in einem CNN-Interview auf ihre politischen Ambitionen angesprochen wurde.

"Sag niemals nie", antwortete die 37-Jährige auf die Frage, ob sie je für ein politisches Amt kandidieren werde. Sie habe aber gesehen, dass sie ihre Bekanntheit nutzen könne, um etwas für eine Einzelperson zu tun - und das öffne den Weg für andere, dies ebenfalls zu tun.

Video: Todesstrafe in den USA - Wenn die Justiz mordet

SPIEGEL TV

ulz

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