Bayern Promi-Krankenakten in verlassener Klinik gefunden

In einer seit Jahren geschlossenen Klinik lagern Patientenakten und Röntgenbilder von Prominenten, darunter Klausjürgen Wussow. Frei zugänglich für jedermann. Datenschützer sind entsetzt.

Klausjürgen Wussow
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Klausjürgen Wussow


Zahlreiche Krankenakten von Prominenten sind auf dem Gelände einer ehemaligen Klinik in Münsing am Starnberger See gefunden worden. Die Befunde unter anderem von Klausjürgen Wussow lägen noch heute in der seit zehn Jahren geschlossenen Klinik, berichten übereinstimmend "Münchner Merkur" und "tz".

Ein Fotograf, der bevorzugt Bildserien von verlassenen Orten aufnimmt, hat den Berichten zufolge etwa Röntgenaufnahmen von Wussow gefunden. Der 2007 gestorbene Star spielte in der Fernsehserie "Die Schwarzwaldklinik" den Chefarzt Prof. Brinkmann.

Das Gelände sei frei zugänglich, heißt es in den Berichten. Kürzlich habe in dem Gebäude sogar eine Party stattgefunden. Nach den Informationen ließen sich in der Privatklinik einst Stars wie Inge Meysel, Heinz Rühmann und Harald Juhnke behandeln. Die Polizei war schon vor einigen Wochen auf Krankenakten der Klinik aufmerksam geworden, als Befunde eines früheren Patienten auf der Straße gefunden wurden.

Patientenakten sind "sensibles Material", sagte Thomas Petri, bayerischer Datenschutzbeauftragter, dem "Münchner Merkur". Die Anforderungen für den Schutz seien besonders hoch. Krankenhäuser müssten die Unterlagen nach der abgeschlossenen Behandlung in ein passives Archiv verschieben, das nicht frei zugänglich ist. "Leider müssen wir immer wieder Mängel feststellen", sagt Petri.

msc/dpa



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