Kokainschmuggel Kolumbianische Schönheitskönigin muss ins Gefängnis

Sie war erst auf der Flucht, beteuerte dann ihre Unschuld - und wurde nun verurteilt: Wegen versuchten Drogenschmuggels muss das kolumbianische Model Angie Sanclemente Valencia für mehr als sechs Jahre hinter Gitter. Doch die 31-Jährige will weiter für ihre Freiheit kämpfen.

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Buenos Aires - Die Richter sahen ihre Schuld als erwiesen an: Die ehemalige kolumbianische Schönheitskönigin Angie Sanclemente Valencia ist wegen versuchten Drogenschmuggels zu sechs Jahren und acht Monaten Gefängnis verurteilt worden. Ein Gericht in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires ist davon überzeugt, dass das 31-jährige Model Ende 2009 versucht hatte, große Mengen Kokain im Gepäck über Mexiko nach Europa zu schmuggeln.

Sanclementes Anwalt kündigte Berufung gegen das Urteil an. Seine Mandantin müsse freigesprochen werden, weil keine Beweise gegen sie vorlägen und sie keine Vorstrafen habe, sagte Germán Delgado.

Zum Prozessauftakt in Buenos Aires hatte die Ex-Schönheitskönigin betont, sie sei nach Argentinien gekommen, um zu heiraten und keineswegs, um Kokain zu schmuggeln: "Ich habe kein Interesse an schmutzigen Geschäften", sagte sie in der 45 Minuten dauernden Anhörung.

Sie habe sich nach der Festnahme ihres Verlobten Nicolás Gualco versteckt, weil sie Angst gehabt habe, ins Gefängnis zu kommen und dort vergewaltigt zu werden. Sicher, sie habe "ein paar Anrufe" für ihren Freund getätigt. Aber dies offenbar aus hehren Gründen: "Gott weiß, ich habe es aus Liebe getan." Sie habe ihren Verlobten einfach nicht verlassen können, auch wenn er "in irgendetwas Kriminelles verwickelt war".

Auch Gualco erhielt nun eine Haftstrafe von sechs Jahren und acht Monaten. Er hatte zugegeben, mit Drogen gehandelt und dafür andere Personen angeworben zu haben. Er erklärte, mit dem Kokainschmuggel nach Europa 14.000 Dollar pro Kilo verdient zu haben. Seine Lebensgefährtin sei jedoch nicht in die Geschäfte verwickelt gewesen.

Sanclemente war im Jahr 2000 zur kolumbianischen Kaffeekönigin gekürt worden. Der Titel wurde ihr aber aberkannt, als herauskam, dass sie verheiratet war und damit die Bewerbungsrichtlinien verletzt hatte. Später ging sie nach Mexiko, wo sie ihre Karriere als Model begann und Nebenrollen in Fernsehproduktionen übernahm.

wit/AFP

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