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Krebskranker Schauspieler: Medien erklären Patrick Swayze fälschlicherweise für tot

Peinliche Panne: Der Fernsehsender n-tv und mehrere Online-Auftritte großer Zeitungen haben den Tod des krebskranken Schauspielers Patrick Swayze gemeldet. Eine Sprecherin des Künstlers dementierte umgehend.

Hamburg - Das Banner war leuchtend rot und nicht zu übersehen: "Breaking news" tickerte der Nachrichtensender n-tv an diesem Dienstagabend, gegen halb sieben Uhr, in die Welt hinaus: "US-Medien: Patrick Swayze stirbt an Krebs +++ Swayze brach Therapie trotz Krebsleiden ab."

Telefonisch wurde sodann die New Yorker Korrespondentin zugeschaltet, die mit viel Anteilnahme in der Stimme und wenig Distanz zu der Nachricht dem Moderator erklärte, der Schauspieler sei tatsächlich verstorben. Ihre Quellen nannte sie nicht.

Doch Patrick Swayze lebt.

Ein Sprecher der Agentur William Morris (WMA) aus Los Angeles, die den Schauspieler betreut, sagte SPIEGEL ONLINE zur selben Zeit, da n-tv die Todesnachricht überbrachte: "Patrick Swayze lebt, es geht ihm gut." Wenig später erreichte SPIEGEL ONLINE zudem eine schriftliche Stellungnahme von Swayzes Sprecherin Annett Wolf: "Patrick Swayze lebt, es geht ihm gut, er genießt sein Leben und spricht weiterhin auf die Behandlung an."

Gegen 18.30 Uhr stellte dann "Bild.de" für wenige Minuten die "Eilmeldung" von Swayzes Tod ins Netz - natürlich unter Berufung auf n-tv, die sich sofort revanchierten und in ihrem Nachrichtenbanner vermeldeten: "Bild: Patrick Swayze gestorben." So schloss sich der Kreis. Wenig später, es war 18.48 Uhr, sprang auch die "B.Z." auf: "Krebs-Tod - Patrick Swayze ist tot." Weitere Nachrichtenportale und Fernsehsender schlossen sich an.

n-tv-Sprecherin Sonja Friedrich erklärte zunächst auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE, das New Yorker Korrespondentenbüro des Senders habe die Nachricht in "US-Medien" entdeckt. Man gehe der Sache jedoch nun nach. Zu diesem Zeitpunkt lief die Meldung bereits seit einer halben Stunde über den Sender.

Wenig später hieß es dann: Leider habe man nicht herausfinden können, auf welche "US-Medien" die Nachricht von Swayzes Tod zurückgehe. Sicher sei aber nun, "dass sich die Meldungen nicht bestätigt haben". Das werde man den Zuschauern zu nächster Gelegenheit mitteilen. Der zuständige Sprecher der Axel Springer AG, die "Bild" und "B.Z." herausgibt, reagierte zunächst nicht auf eine SPIEGEL-ONLINE-Anfrage.

Offenbar stammt die Falschmeldung ursprünglich von kleineren US-Radiostationen. Michael Höfele, geschäftsführender Chefredakteur der Deutschen Textservice Nachrichtenagentur GmbH (dts), die bereits um 17.28 Uhr über das "angebliche" Ableben des Schauspielers geunkt hatte, sagte SPIEGEL ONLINE: "Bei zwei kleinen US-Radiosendern ging die Meldung über den Äther." Es habe sich um die Stationen 97,9 und 105,3 KissFM aus Florida gehandelt.

Auch Swayzes Sprecherin machte einen Radiosender in Jacksonville, Florida, für die Fehlinformation verantwortlich, die sich um die Welt verbreitet hatte.

Bei dem 56-jährigen Schauspieler, der mit dem Film "Dirty Dancing" weltberühmt wurde, war 2008 Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert worden. Die Krankheit gilt als besonders gefährlich und aggressiv.

Am späteren Dienstagabend korrigierte n-tv seinen Fehler auch im Netz: "Der Mann ist zwar sehr, sehr krank, aber: Er lebt!"

jdl/pad/siu

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