Krudes Interview: Charlie Sheen wehrt sich gegen Antisemitismus-Vorwurf

Nächstes Kapitel in Charlie Sheens Selbstdemontage: Der US-Schauspieler verstört mit wirren Äußerungen und kontert Antisemitismus-Vorwürfe mit der Begründung, dass er selber Jude sei. Sein Freund Sean Penn will ihn zum Gutmenschen machen.

Charlie Sheen: Zurück zu "Two and a half Men"? Fotos
AP/ ABC

Los Angeles - Drogen-Eskapaden, krude Interviews und ein erbitterter Sorgerechtsstreit: Charlie Sheen schafft es auf seinem Selbstzerstörungstrip fast täglich in die Schlagzeilen. Zuletzt hatte sich der US-Schauspieler mit wirren Äußerungen über einen jüdischen Produzenten den Vorwurf eingehandelt, er sei Antisemit.

Sheen konterte nun mit überraschenden Einblicken in seine Familiengeschichte - und ließ dennoch wieder viele Fragen offen. "Meine Mutter ist Jüdin. Aber hier wird es verwirrend - wir wissen nicht, wer ihr Vater war", sagte Sheen in der Fernsehsendung "Access Hollywood Live". "Also schätze ich, dass mich das auch zum Juden macht, und meine Kinder zu Juden", führte er seine familiären Verflechtungen aus.

Sheen hatte seinen Produzenten Chuck Lorre beschimpft und unter anderem behauptet, dieser verberge seine hebräische Herkunft und heiße in Wahrheit Chaim Levine. Der Schauspieler mühte sich nun, weitere Belege zu liefern, dass man ihm keine Antisemitismus-Vorwürfe machen könne. Denn auch seine getrennt von ihm lebende Frau Brooke Mueller sei jüdisch, sagte Sheen.

Auf die Frage, wieso er nicht früher über seine jüdischen Wurzeln gesprochen habe, antwortete er: "Ich weiß, ich weiß, das war dumm. Ich bin einfach überrascht worden. Was selten bei mir ist."

Sean Penn will Sheen auf Haiti zur Räson bringen

Sheen hatte mit der Sitcom "Two and a Half Men" großen Erfolg und gilt als der bislang bestbezahlte US-Fernsehschauspieler. Doch mit peinlichen Auftritten und kruden Nachrichten via Twitter manövriert er sich zunehmend ins Abseits. Wegen der Eskapaden des Schauspielers kündigte der Sender CBS in der vergangenen Woche Sheens Rolle in der TV-Serie. Zuletzt sorgte dieser auch mit einem bitteren Sorgerechtsstreit um seine beiden Söhne für Schlagzeilen. "Ich mache mir große Sorgen, dass Sheen im Moment verrückt ist", soll seine Ex-Frau Brooke Mueller gesagt haben.

Nun will offenbar Schauspieler Sean Penn seinen Kollegen zur Räson bringen. Penn engagiert sich für Erdbebenopfer in Haiti und will Sheen mit dorthin nehmen. Er sei "wahnsinnig aufgeregt", in die von einem Erdbeben immer noch verwüstete Region zu reisen, sagte Sheen. Er wolle den Fokus auf die Bedürftigen dort lenken.

Penn wiederum glaubt, der Trip nach Haiti könne auch Sheen was bringen. Er wolle seinem "alten Freund" dort zeigen, worauf es wirklich ankommt, sagte Penn. "Charlie ist einer der wenigen Prominenten, über den man sagen kann, dass er die Medien nicht nur zu seinem Vorteil nutzt." Einen Termin für die Reise gibt es allerdings noch nicht. "Wenn er Unterstützung verspricht, dann glaube ich das", gab sich Penn zuversichtlich.

mmq/AFP

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