Lady Gaga zu Vorwürfen gegen R. Kelly "Ich entschuldige mich für mein schwaches Urteilsvermögen"

Zahlreiche Frauen werfen R. Kelly sexuellen Missbrauch vor. Nun hat sich Popikone Lady Gaga in dem Fall zu Wort gemeldet - und für die Zusammenarbeit mit dem Musiker um Entschuldigung gebeten.

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Lady Gaga bedauert nach den jüngsten Missbrauchsvorwürfen gegen R. Kelly ihre Zusammenarbeit mit dem Sänger. "Ich entschuldige mich für mein schwaches Urteilsvermögen, als ich jung war, und dafür, nicht früher etwas gesagt zu haben", teilte die 32-Jährige auf Twitter mit.

Gleichzeitig kündigte die Sängerin an, nie wieder mit R. Kelly zusammenarbeiten zu wollen. Zudem plane sie, den Song "Do What U Want (With My Body)" von iTunes und anderen Streamingplattformen entfernen zu lassen.

Das Lied hatte Lady Gaga im Jahr 2013 veröffentlicht - in Zusammenarbeit mit Kelly. "Als Opfer von sexueller Nötigung habe ich Song und Video in einer düsteren Phase meines Lebens gemacht", schrieb sie nun. Ihre Absicht sei es gewesen, etwas "extrem Trotziges und Provozierendes" zu schaffen, weil sie "wütend" war und ihr eigenes Trauma noch nicht verarbeitet hatte. Kelly und Lady Gaga traten zusammen in der Late-Night-Show "Saturday Night Live" und bei den American Music Awards auf.

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R. Kelly: Lady Gaga bittet um Entschuldigung für Zusammenarbeit

Mit der Doku-Serie "Surviving R. Kelly" haben teils seit Jahrzehnten bekannte Vorwürfe gegen den Sänger an Schlagkraft gewonnen. Zahlreiche Frauen beschuldigen den 52-Jährigen, sie sexuell oder emotional missbraucht zu haben, teils schon im Teenageralter. Kelly stritt die Vorwürfe ab und wirft seinen Kritikern eine Rufmord-Kampagne vor.

"Ich stehe zu tausend Prozent hinter diesen Frauen, glaube ihnen, und weiß, dass sie leiden und Schmerzen haben", schrieb Lady Gaga. Ihre Stimmen sollten gehört und Ernst genommen werden. "Ich stehe zu jedem, der jemals Opfer sexueller Übergriffe war." Die Vorwürfe gegen Kelly nannte Lady Gaga "schrecklich" und "unverzeihlich".

"Sehr, sehr beunruhigend"

Die Staatsanwaltschaften in verschiedenen US-Bundesstaaten prüfen derzeit Anschuldigungen gegen den Sänger. Kim Foxx, Staatsanwältin des Bezirks Cook im Bundesstaat Illinois, bat Betroffene, sich zu melden. "Bitte kontaktieren Sie uns", sagte sie. "Wir können ohne die Kooperation von Opfern und Zeugen nicht ermitteln."

Foxx bezeichnete die Vorwürfe als "sehr, sehr beunruhigend". Sie sei in Kontakt mit den Familien zweier junger Frauen, die derzeit unter dem Einfluss von R. Kelly stünden.

Erste öffentliche Anschuldigungen gegen R. Kelly gab es bereits vor knapp 20 Jahren. 2002 wurde der Sänger und Produzent wegen Filmaufnahmen angeklagt, auf denen er beim Sex mit einer 13-Jährigen zu sehen gewesen sein soll. 2008 wurde er aber freigesprochen.

wit/dpa



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