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27. Mai 2012, 11:13 Uhr

Zu pornografisch

Lady Gaga sagt Auftritt in Jakarta ab

50.000 Tickets waren schon verkauft, doch sie wird nicht singen: Lady Gaga hat ihr Konzert in Jakarta offiziell aus Sicherheitsgründen abgesagt. Der wahre Grund sind Drohungen von Islamisten. Sie werfen der Künstlerin vor, die Jugend des Landes mit ihren schrillen Auftritten zu gefährden.

Jakarta - Islamische Hardliner haben sich durchgesetzt: US-Superstar Lady Gaga hat nach Protesten von Islamisten ihr Konzert in Indonesiens Hauptstadt Jakarta abgesagt. "Mit Bedauern teilen wir mit, dass das Konzert von Lady Gaga am 3. Juni nicht stattfinden kann", sagte die Sprecherin des Veranstalters, Minola Sebayang.

Das Konzert im Bung Karno Stadium in Jakarta, für das bereits rund 50.000 Tickets verkauft worden sind, werde aus Sicherheitsgründen gestrichen. "Lady Gaga ist sehr besorgt", sagte die Sprecherin. Die Sängerin wolle nicht, dass ihre Fans verletzt werden.

Nach Protesten von Islamisten hatte die Polizei bereits Mitte des Monats das Indonesien-Konzert der "The Born This Way Ball"-Welttournee untersagt. Der Veranstalter hatte bis zuletzt mit den Behörden über eine Aufhebung des Verbots verhandelt.

Nach Meinung der Islamisten sind die Auftritte der exzentrischen Sängerin "pornografisch" und verstoßen gegen die indonesische Kultur. Die Hardliner fürchteten, die sexy Outfits und der provokative Tanzstil von Lady Gaga könnten die Jugend des Landes verderben. Die Polizei verweigerte die für das Konzert notwendigen Genehmigungen, solange die Sängerin nicht zusicherte, sich zu zügeln. Die radikale Organisation Islamische Verteidigerfront (FPI) hatte damit gedroht, Muslime zu mobilisieren, um das Konzert zu verhindern.

jbr/dpa/dapd

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