Zu pornografisch: Lady Gaga sagt Auftritt in Jakarta ab

50.000 Tickets waren schon verkauft, doch sie wird nicht singen: Lady Gaga hat ihr Konzert in Jakarta offiziell aus Sicherheitsgründen abgesagt. Der wahre Grund sind Drohungen von Islamisten. Sie werfen der Künstlerin vor, die Jugend des Landes mit ihren schrillen Auftritten zu gefährden.

Lady Gaga: Auftritt endgültig abgesagt Fotos
AFP

Jakarta - Islamische Hardliner haben sich durchgesetzt: US-Superstar Lady Gaga hat nach Protesten von Islamisten ihr Konzert in Indonesiens Hauptstadt Jakarta abgesagt. "Mit Bedauern teilen wir mit, dass das Konzert von Lady Gaga am 3. Juni nicht stattfinden kann", sagte die Sprecherin des Veranstalters, Minola Sebayang.

Das Konzert im Bung Karno Stadium in Jakarta, für das bereits rund 50.000 Tickets verkauft worden sind, werde aus Sicherheitsgründen gestrichen. "Lady Gaga ist sehr besorgt", sagte die Sprecherin. Die Sängerin wolle nicht, dass ihre Fans verletzt werden.

Nach Protesten von Islamisten hatte die Polizei bereits Mitte des Monats das Indonesien-Konzert der "The Born This Way Ball"-Welttournee untersagt. Der Veranstalter hatte bis zuletzt mit den Behörden über eine Aufhebung des Verbots verhandelt.

Nach Meinung der Islamisten sind die Auftritte der exzentrischen Sängerin "pornografisch" und verstoßen gegen die indonesische Kultur. Die Hardliner fürchteten, die sexy Outfits und der provokative Tanzstil von Lady Gaga könnten die Jugend des Landes verderben. Die Polizei verweigerte die für das Konzert notwendigen Genehmigungen, solange die Sängerin nicht zusicherte, sich zu zügeln. Die radikale Organisation Islamische Verteidigerfront (FPI) hatte damit gedroht, Muslime zu mobilisieren, um das Konzert zu verhindern.

jbr/dpa/dapd

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insgesamt 60 Beiträge
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1. Richtig
louisa1981 27.05.2012
Da muss ich den Islamisten Recht geben. Ich möchte als Christin auch nicht das meine Kinder oder unsere Jugend mit dieser Art der negativen Beeinflussung. Auch wenn die Musik Industrie oder sonst wer dies als Kunst oder sonst was bezeichnet. Müll bleibt Müll egal wie man es nennt.
2. optional
keksguru 27.05.2012
Asien versinkt im religiösen Extremismus, wer hätte das gedacht?.... wir leben im 21. Jahrhundert aber die Ewiggestrigen glauben immer noch an den Teufel und es läßt mich erschaudern, welche Macht die Ultrareligiösen ausüben. Ich dachte die Menschheit hätte das Leben auf den Bäumen aufgeben aber im Kopf hat sich wohl nicht allzuviel geändert bei eingien Leuten
3. ...
amerlogk 27.05.2012
Zitat von louisa1981Da muss ich den Islamisten Recht geben. Ich möchte als Christin auch nicht das meine Kinder oder unsere Jugend mit dieser Art der negativen Beeinflussung. Auch wenn die Musik Industrie oder sonst wer dies als Kunst oder sonst was bezeichnet. Müll bleibt Müll egal wie man es nennt.
Ich möchte als Metaller + Atheist, dass all diese relegiösen Fundamentalisten mit der negativen Beeinflußung unserer Gesellschaft aufhören. Ihre Nase aus Dingen nehmen die sie nix angehen und Freiheit und Pluralismus respektieren. Raten sie wer mehr genervt ist.
4. @louisa1981 - und nun werden alle wie Kinder behandelt?
Claudia 27.05.2012
"Ich möchte als Christin auch nicht das meine Kinder oder unsere Jugend mit dieser Art der negativen Beeinflussung." - Da gibt es doch die sehr einfache Möglichkeit, den Kindern den Besuch des Konzertes zu verbieten, oder? Meine meisten Konzertbesuche fanden im Alter von 18-35 statt. Als Minderjährige wurde mir der Konzertbesuch meistens verboten, und Geld war auch Mangelware. Das eine Gesellschaft alles verbietet, was für Kinder nicht unbedingt geignet ist, ist nicht akzeptable - denn der Großteil der meisten Gesellschaften sind nun einmal keine Kinder.
5.
Celegorm 27.05.2012
Zitat von louisa1981Da muss ich den Islamisten Recht geben. Ich möchte als Christin auch nicht das meine Kinder oder unsere Jugend mit dieser Art der negativen Beeinflussung. Auch wenn die Musik Industrie oder sonst wer dies als Kunst oder sonst was bezeichnet. Müll bleibt Müll egal wie man es nennt.
In der Tat, Müll bleibt Müll und Quatsch bleibt Quatsch, egal ob man das nun "Christentum" oder "Islam" nennt. Wird Zeit, dass man die Jugend konsequent davor schützt, zu welch Intoleranz und ideologischem Irrsinn das sonst führt kann man in entsprechenden Veranstaltungen (Kirchentage, Freitagsgebete, Salafisten-Demos..) immer wieder beobachten. Im Vergleich dazu ist die Frau Gaga ja nun wirklich harmlos, die steht maximal für einen bescheidenen Musikgeschmack. Aber darüber lässt sich schlecht streiten.
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