Lafontaines Ex-Frau Christa Müller "Kein schlechtes Leben jetzt"

Oskar Lafontaine verließ sie und lebt heute mit Sahra Wagenknecht zusammen: Erstmals hat Christa Müller ein Interview über ihr neues Leben als Ex-Frau des Linken-Politikers gegeben. Vieles bereut sie demnach nicht, schon gar nicht, dass sie sich voll auf ihre Familie konzentriert hat.

DPA

Berlin - Es dürfte Christa Müller zumindest einen kleinen Schlag in die Magengrube versetzt haben, als die stellvertretende Linken-Vorsitzende Sahra Wagenknecht kürzlich in einem Interview nicht ausschloss, ihren Lebensgefährten Oskar Lafontaine, 69, zu heiraten. Seit dem 4. Februar sind Müller und Lafontaine geschieden - nach 20 Jahren Ehe, nach 25 Jahren Beziehung. Es war Lafontaines dritte Ehe.

Mit der "Welt am Sonntag" sprach Müller, 56 Jahre alt und studierte Volkswirtin, nun über das "Leben danach": Für den gemeinsamen Sohn hat sie ihren Beruf als Ökonomin aufgegeben, ihre Mutter und die ihres Ehemannes gepflegt. Es sei "kein schlechtes Leben jetzt", sagt sie. Sie wohnt noch immer in der gelben Villa im Toskana-Stil im saarländischen Wallerfangen, 30 Kilometer von Saarbrücken entfernt. Keine 15 Kilometer weiter, in Merzig-Silwingen, lebt Lafontaine mit Wagenknecht.

Vor fünf Jahren hat Christa Müller ein Buch geschrieben. Damals war sie noch familienpolitische Sprecherin der Linkspartei im Saarland, kämpfte für ein Erziehungsgehalt und gegen den Krippenausbau.

Finanzielle Sorgen hat Müller keine

Sie bereue es nicht, sich voll für die Familie entschieden zu haben, sagt sie im Interview mit der "Welt am Sonntag". Nur hätte sie früher die Notbremse ziehen müssen, aufmerksamer sich selbst und den anderen gegenüber sein müssen. Sie bleibt bei ihren Forderungen: ein Erziehungsgehalt für Mütter und Hausfrauen, um unabhängig von den Männern zu sein. Auch, weil "die frühe Trennung von Mutter und Kind" schädlich sei.

Anders als andere geschiedene Frauen steht Müller dem Bericht zufolge nicht vor einem finanziellen Desaster: Schon früh habe sie angefangen, in Immobilien zu investieren. Erst mit ihrer Schwester, dann zusammen mit Lafontaines Sohn aus zweiter Ehe. Sie verwaltet die Häuser, hat es all die Jahre auch nebenbei gemacht und kann davon leben. Insofern verdiene sie eigenes Geld, sagt Müller.

Wagenknecht und Lafontaine hatten im November 2011 im Rahmen des Landesparteitags in Saarbrücken ihre Beziehung öffentlich gemacht, nachdem es schon im Jahr 2009 Gerüchte über eine Affäre gegeben hatte.

jjc



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stepanus34 28.04.2013
1. nebenbei
Ist ne ganz tolle Frau. Ne starke Frau. Sie ist nicht kaputt gegangen, als sie verlassen wurde von einem Mann, der die Macht mehr liebt als Menschen. Sie wirkt nicht verbittert. Sie lebt für andere Menschen - ihren Sohn, ihre Mutter, die Mutter Oskat Lafontaines. Diese Haltung gibt ihr wieder Kraft zurück. Sie steht für die Werte, die sie lebt; sie lebt die Werte, für die sie eintritt. Dabei ist sie nicht abhängig davon, dass andere ihr zujubeln. Es sind sehr gesunde Werte. Man sieht ihr die innere Stärke an, auf dem Foto, neben Oskar, auf dem Weg zum Wahllokal. Oskar geilt nach Macht, Anerkennung, voll auf die Öffentlichkeit (wer oder was das auch immer ist) ausgerichtet. Sie ruht in sich selbst, den Blick, tja, fast möchte ich sagen ein wenig nach innen gerichtet. Wenn die Öffentlichkeit sie fallen lassen würde wie ne heiße Kartoffel, würde sie das nur bedingt tangieren. Ihr Leben spielt woanders. Für Oskar wäre es ne Katastrophe. Die frühe Trennung von Mutter und Kind schadet dem Kind. SPON setzt es in Anführungszeichen - überflüssigerweise und als einziges aller anderen indirekten Zitate. Wohl um sich von dieser Haltung zu distanzieren. Ja, Haltung hat sie, diese Christa Müller.
westerwäller 28.04.2013
2. Und ein paar Mietshäuser ...
Zitat von stepanus34Ist ne ganz tolle Frau. Ne starke Frau. Sie ist nicht kaputt gegangen, als sie verlassen wurde von einem Mann, der die Macht mehr liebt als Menschen. Sie wirkt nicht verbittert. Sie lebt für andere Menschen - ihren Sohn, ihre Mutter, die Mutter Oskat Lafontaines. Diese Haltung gibt ihr wieder Kraft zurück. Sie steht für die Werte, die sie lebt; sie lebt die Werte, für die sie eintritt. Dabei ist sie nicht abhängig davon, dass andere ihr zujubeln. Es sind sehr gesunde Werte. Man sieht ihr die innere Stärke an, auf dem Foto, neben Oskar, auf dem Weg zum Wahllokal. Oskar geilt nach Macht, Anerkennung, voll auf die Öffentlichkeit (wer oder was das auch immer ist) ausgerichtet. Sie ruht in sich selbst, den Blick, tja, fast möchte ich sagen ein wenig nach innen gerichtet. Wenn die Öffentlichkeit sie fallen lassen würde wie ne heiße Kartoffel, würde sie das nur bedingt tangieren. Ihr Leben spielt woanders. Für Oskar wäre es ne Katastrophe. Die frühe Trennung von Mutter und Kind schadet dem Kind. SPON setzt es in Anführungszeichen - überflüssigerweise und als einziges aller anderen indirekten Zitate. Wohl um sich von dieser Haltung zu distanzieren. Ja, Haltung hat sie, diese Christa Müller.
... machen halt wirtschaftlich und intellektuell unabhängig ...
mariannamancini 28.04.2013
3. Wie Recht sie hat
Die frühe Trennung von Mutter und Kind ist schädlich. Ein wichtiges Thema, Staatsgelder anstatt in Krippenausbau in ein vollwertiges Erziehungsgehalt zu stecken.
tutnet 28.04.2013
4. und wen interessiert das?
Die Politiker der Linken war schon immer verlogen, Wasser predigen und Wein saufen. Hoffentlich fallen die endlich aus dem Bundestag raus. Wenn nicht 2013, dann 2017. Irgendwann sind genügend SED-Altkader tot, dann wird die Linke zu einer 2% Splitterpartei
westerwäller 28.04.2013
5. In Anlehnung an ein altes, sozialistisches Dogma ...
... könnte man es dialektisch auch folgendermaßen formulieren: Die Überlegenheit des Kapitalismus als Wirtschaftsform zeigt sich auch daran, dass man auch mit der Bekämpfung desselben reichlich Kohle machen kann ...
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