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Lagerfeld-Modenschau Stolzieren zwischen Tischen

Modenschau in Paris: Opulenz und Dekadenz
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AP

Viel Silber, viel Champagner und selbstverständlich teure Kleider: Eine Modenschau von Karl Lagerfeld passte so gar nicht zur allgemeinen Krisenstimmung. Und auch seine Ansichten zu den Outfits armer Inderinnen dürfte der Designer ziemlich exklusiv haben.

Paris - Krise? Welche Krise? Wenn Karl Lagerfeld zu einer Modenschau lädt, ist es egal, dass der Euro in der tiefsten Krise seiner Geschichte ist und manchen Ländern der finanzielle Kollaps droht. Das war am Dienstag in Paris zu bewundern, als der Modeschöpfer seine sehr eigenwillige Sicht auf das Thema Indien in der Mode, Luxus und die Krise verbreitete.

Wenn es sein Ziel gewesen sein sollte, seinen Hang zur Opulenz zu dokumentieren und die Besucher mit einer Reizüberflutung nach Hause zu schicken, dürfte ihm das gelungen sein. Die Models liefen zwischen scheinbar endlosen, opulent gedeckten Tischreihen entlang. Darauf standen Leuchter und Bonbonnieren aus Kristall, silberne Kerzenhalter, mit Obst beladene Etageren und ausladende Blumensträuße. Eine elektrische Eisenbahn fuhr mit Whiskygläsern umher.

An den Tischen saßen 200 geladene Gäste, vor sich Teller mit Leckereien und Champagnergläser, die Models immer im Blick. Das Ganze sei "eines Maharadschas würdig" gewesen, schrieb die Nachrichtenagentur Associated Press. Vor lauter optischen Reizen habe man gar nicht gewusst, wohin man schauen sollte.

"Es klingt schrecklich, es zu sagen, aber Indien ist ein Land, in dem sogar die Armen etwas Schickes an sich haben", sagte Lagerfeld. "Selbst wenn sie sonst nichts hat, hat die ärmste Frau zwei oder drei Armreifen und einen eleganten pinken Sari." Für jemanden, dessen Kreationen Tausende Euro kosten, ist das eine gewagte Aussage. Breitere Zustimmung dürfte immerhin die Meinung des Modeschöpfers über Rating-Agenturen bekommen. "Wer sind diese Menschen?", sagte Lagerfeld. "Wer hat sie in diese Position gebracht, A-Noten zu vergeben? Man kennt sie nicht einmal."

Lagerfeld verteidigte Luxus in Zeiten der Krise. "Es kommt überhaupt nicht in Frage, sich in dieser allgemeinen Verdrossenheit gehen zu lassen", sagte er. Die Branche gebe außerdem Menschen einen Arbeitsplatz. Dieser Satz gilt zumindest für ihn - er arbeitet seit Jahrzehnten als Modeschöpfer für Chanel.

ulz/AFP/AP

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