Lawinenopfer Prinz Friso in Londoner Krankenhaus verlegt

Seit seinem schweren Lawinenunglück liegt der niederländische Prinz Friso im Koma, es ist unklar, ob er jemals wieder aufwacht. Nun wurde der 43-Jährige von Österreich in eine Londoner Klinik geflogen.


Wien/Innsbruck - Zwei Wochen nach seinem Lawinenunfall ist der schwerverletzte niederländische Prinz Johan Friso in ein Londoner Krankenhaus verlegt worden. Das gab das niederländische Königshaus bekannt. Der 43-Jährige arbeitete vor dem Unfall in der Nähe der englischen Hauptstadt als Manager und lebte dort auch mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern.

Ein Ambulanzflugzeug brachte ihn am Nachmittag von Innsbruck nach London. Königin Beatrix reiste mit Prinz Frisos Frau Prinzessin Mabel und den Kindern ebenfalls dorthin. Prinz Johan Friso wurde in das Wellington Hospital eingeliefert, das nach eigenen Angaben größte private Krankenhaus Großbritanniens. Experten hätten zu dieser Klinik geraten, teilte das Königshaus mit. Dort könne Prinz Friso in seinem jetzigen Zustand optimal versorgt werden. "London bietet auch den Kindern des Prinzen die besten Aussichten für Kontinuität und Stabilität."

Für die königliche Familie und vor allem für die Familie von Prinz Friso breche nun eine lange Zeit an, in der probiert werde, mit der Rehabilitation zu beginnen, heißt es in der Mitteilung. Die Familie benötige nun viel Raum, um den Umgang mit der gesundheitlichen Situation von Prinz Johan Friso zu lernen und ihr Leben darauf auszurichten. Daher bitte sie die Medien, die nötige Privatsphäre auch weiterhin zu respektieren.

Prinzessin Mabel bedankte sich für alle Unterstützung und das Mitgefühl. "Die warme Sympathie in der jüngsten Vergangenheit hat mir Halt und Kraft gegeben. Mein Dank dafür ist groß."

Eine Lawine hatte den Prinzen beim Skifahren in Lech verschüttet. Er musste fast 50 Minuten lang reanimiert werden und hat wegen des langen Sauerstoffmangels schwere Hirnschäden davongetragen. Er liegt im Koma. Seinen Ärzten zufolge ist es ungewiss, ob er jemals wieder zu Bewusstsein kommt.

hut/dpa/AP



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