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Angebliche Vergewaltigung: "Kesha wird nie ein Videoband haben"

Angeblicher Missbrauch: Der Fall Kesha Fotos
Getty Images

Der Fall um die angebliche Vergewaltigung von Popstar Kesha bewegt die US-Promiwelt. Nun meldet sich Schauspielerin Lena Dunham zu Wort - und attackiert die Justiz.

Einer von beiden muss lügen. Aber wer? Popstar Kesha behauptet, ihr Produzent Lukasz Gottwald habe sie vergewaltigt. Der Gescholtene, bekannt als "Dr. Luke", erzählt genau das Gegenteil: "Ich habe Kesha nicht vergewaltigt, und ich hatte nie Sex mit ihr."

Der Streit bewegt die Promiwelt in den USA, er ist ein Fall für die Justiz, und er hat jüngst einen Höhepunkt erreicht. Kesha kämpft seit 2014 dafür, ihren Vertrag mit Gottwald zu beenden. Sie könne "nicht mit so einem Monster" arbeiten.

Ende voriger Woche schmetterte ein New Yorker Gericht Keshas Antrag auf einstweilige Verfügung ab. Von weiblichen Prominenten erfährt sie seither viel Zuspruch. Sängerin Taylor Swift schenkte ihr spontan 250.000 Dollar. Lady Gaga und Kelly Clarkson sendeten Solidaritätsadressen.

Im Blog "Lenny Letter" meldete sich nun US-Schauspielerin Lena Dunham ("Girls") zu Wort - mit einem eindringlichen Essay: "Ich fühlte mich krank, als ich das Ergebnis vor Gericht mitbekam", schrieb die 29-Jährige. Es gehe um viel mehr als allein um Kesha.

Mangelnder Schutz vor Peinigern

"Der Fall Kesha zeigt die Art und Weise, wie das amerikanische Rechtssystem Frauen verletzt." Die Justiz scheitere daran, Frauen vor Männern zu schützen, die aus ihrer Sicht Vergewaltiger sind.

Zugleich attackierte Dunham den Musikriesen Sony, der hinter Gottwald steht. "Tatsache ist, Kesha wird nie ein ärztliches Attest haben. Sie wird nie ein Videoband haben, das uns zeigt, wie Gottwald sie bedrohte und beschämte."

Kesha werde nie beweisen können, über ihre Aussage hinaus, dass sie sich unsicher fühle, wenn sie mit Gottwald arbeiten müsse. Dennoch sei ihr nicht verständlich, schrieb Dunham, dass Sony auf der Kooperation von Kesha und Gottwald bestehe.

Und Dunham machte klar, dass die Unterstützerinnen von Kesha sehr sicher sind in ihrer Haltung. Sie hätten keine Angst davor, ihren Job und ihren Ruf zu verlieren.

sms

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