Liebestalk: Winfrey über die Frau und den Mann in ihrem Leben

Große Auftritte sind ihr Ding, mit Tränen und Geschluchze. Talk-Königin Oprah Winfrey mag es nicht nur als Interviewerin gefühlig, sondern auch als Befragte. Jetzt setzte sie hochemotional den Gerüchten um ihr Liebesleben ein Ende.

Oprah Winfrey: "Ich bin nicht lesbisch" Fotos
AP

Los Angeles - "Oprahfication" - diesen Begriff verwendete das "Wall Street Journal" einst im Zusammenhang mit öffentlichen Geständnissen als Therapieform. Diese Methode ist auf Oprah Winfrey zurückzuführen, deren Talkshow alle Rekorde bricht. Die 56-Jährige ist eine Meisterin, wenn es darum geht, mit ihren Gästen zu weinen, zu leiden, zu jubeln, deren Schilderungen von Missbrauch, Liebe und Enttäuschung einem breiten Fernsehpublikum zuzuführen - und ihre eigene Seelenpein ans Tageslicht zu bringen.

Ihre neueste Therapiesitzung fand jedoch nicht im eigenen Studio statt, sondern auf dem Sofa von NBC-Talk-Ikone Barbara Walters. Winfrey ließ sich so deutlich wie selten zuvor zu den Gerüchten über eine angebliche homosexuelle Beziehung zu ihrer langjährigen Freundin Gayle King, 55, aus.

"Ich bin nicht lesbisch, noch nicht mal im Ansatz", sagte Winfrey und verlieh der Aussage mit hochgezogenen Augenbrauen Nachdruck. Das habe sie auch schon mehrfach gesagt, dass es weiterhin behauptet werde, rege sie aus einem Grund besonders auf: "Das bedeutet, dass irgendjemand denkt, ich lüge."

Warum sollte sie es verheimlichen, wenn es so sei, betonte die die 56-Jährige, die auch in diesem Jahr wieder das "Forbes"-Ranking von Hollywoods Top-Verdienerinnen anführt. "Das ist nicht die Art, wie ich mein Leben lebe."

Seit rund 35 Jahren sind Winfrey und King eng befreundet, stehen fast alles miteinander durch: Erfolg und Glück, Hochzeit und Scheidung, Minirock und Schulterpolster. King moderierte Ende der neunziger Jahre eine eigene Show, die aber aufgrund schlechter Quoten abgesetzt wurde. Inzwischen gibt sie "O - The Oprah Magazin" heraus.

In einem Internview mit "O" hatten die beiden Frauen im Jahr 2006 bereits betont, kein Paar zu sein. Allerdings hatte Winfrey damals gesagt, sie verstehe, dass Menschen sie als lesbisch bezeichnen könnten. "Wie sonst könne man solch eine Intimität bezeichnen, wenn jemand dich immer liebt, dich immer respektiert, dich immer bewundert?", so die Moderatorin. "Es gibt keinen Begriff für eine solch enge Bindung zwischen Frauen."

"Gott, Oprah hör auf"

Im Gespräch mit Barbara Walters nutzte Winfrey auch gleich die Gelegenheit, zu ihrer Beziehung mit dem Geschäftmann Stedman Graham Stellung zu nehmen - in gewohnt oprahesker Manier.

"Ich kenne keinen anderen Mann, wirklich", sagte die Moderatorin, hielt inne, ihre Lippen zitterten, die Augen füllten sich mit Tränen. "Gott, Oprah hör auf", schalt sie sich selbst, schlug mit der flachen Hand vor ihre Stirn und setzte neu an: "Ich kenne keinen anderen Mann auf Erden, der dieses Leben mit so viel Würde, Anstand, Respekt und Bescheidenheit hätte leben können und dabei noch er selbst ist."

Immer wieder rätseln Medien über die Beziehung der beiden. Winfrey und Graham sind seit 1986 ein Paar. Eine für 1992 geplante Hochzeit fand nie statt.

Zurzeit reist Winfrey mit 300 Zuschauern durch Australien. An ihrer Seite: Gayle King.

siu

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